Sa, 17. November 2018

Anklage erhoben

26.10.2018 10:00

Schutzgeld-Mafiosi drohen nun bis zu 15 Jahre Haft

Überfälle auf illegale Spielhöllen, Schutzgeld-Erpressung und wüste Drohungen: Die kriminellen Machenschaften einer Schutzgeldmafia, die im Raum Innsbruck über Monate ihr Unwesen trieb, würde wohl mehrere abendfüllende Krimis füllen. Gegen sieben Mitglieder der Bande wurde nun Anklage erhoben.

Wer nicht spurte, musste mit Überfällen und einer gehörigen Tracht Prügel rechnen! Mit der großteils aus Tschetschenen bestehenden Bande war nicht zu spaßen. Vor allem in der illegalen Glückspielszene waren die Männer offenbar gefürchtet. Sie sollen ihre Opfer teils regelrecht malträtiert haben, wenn sie nicht das bekommen haben, was sie von ihnen wollten: Schutzgeld!

Razzia mit 70 Beamten
Mitte Jänner setzte die Polizei mit Unterstützung der Sondereinheit Cobra dem kriminellen Treiben aber ein Ende. Bei einer groß angelegten Razzia mit mehr als 70 Beamten wurden acht Verdächtige festgenommen. Es war ein perfider Plan, der letztlich zum Scheitern verurteilt war. Die Erpresser glaubten wohl, in der illegalen Glücksspielszene eine Geldquelle gefunden zu haben, die nicht so schnell versiegt. „Die meisten Opfer haben eine Anzeige vermieden, weil sonst deren illegale Aktivitäten bekannt geworden wären“, meinte Chefermittler Christoph Hundertpfund kurz nach der Festnahme zur „Krone“. Doch schlussendlich konnte sich dann doch jemand zu einer Anzeige durchringen.

Prozess noch nicht anberaumt
Nun wurde gegen sieben Männer im Alter zwischen 23 und 29 Jahren Anklage wegen mehrfachen teils schweren Raubes und Erpressung erhoben, wie Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, auf Anfrage der „Krone“ bestätigt. Vier Russen wird zudem vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. „Die Lokalbetreiber sollen auch mit Äußerungen, wie ,jetzt beginnt der Tschetschenienkrieg‘, eingeschüchtert worden sein“, erklärt Mayr. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig. Der Prozess wurde daher noch nicht anberaumt. Den Männern drohen Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Laimer nun mit dabei
U21-Team: Prominente Verstärkung für Play-off-Hit
Fußball National
PlayStation-VR-Shooter
„In Death“: Mit Pfeil und Bogen gegen Dämonen
Video Digital
Lange Verhandlungen
Nun ist es fix! Grünes Licht für Rapids Akademie
Fußball National
„Oper“, „Hallenbad“
Deutsche spotten über miese Länderspiel-Stimmung
Fußball International
Kuriose Hilfe
Elfer-Trick: England-Torwart vertraut Trinkflasche
Fußball International
Kein Spielwitz
ÖFB-Team: Es fehlt mehr als nur ein „Knipser“!
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.