Mi, 16. Jänner 2019

Mehr Ressourcen nötig

17.10.2018 15:21

Straftaten an Schulen: 857 Einsätze, 847 Anzeigen

Im Schuljahr 2017/18 gab es laut Bildungsministerium insgesamt 857 Polizeieinsätze wegen Gewalttaten an Österreichs Schulen, in 847 Fällen wurde Anzeige erstattet. Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger fordert deshalb „mehr Ressourcen an diesen Standorten, um die Gewalt in den Griff zu bekommen“, etwa Unterstützung durch Sozialarbeiter und Psychologen.

Der Großteil der Anzeigen betraf laut den Daten, die das Bildungsministerium bei den Landesschulräten bzw. Bildungsdirektionen eingeholt hat, Handlungen gegen Leib und Leben wie Körperverletzungen (511). In 230 Fällen ging es um Delikte wie Raub und Diebstahl, jeweils rund 50 Anzeigen gab es wegen Handlungen gegen die Freiheit (z. B. Nötigung, Stalking) und sexuelle Integrität bzw. Selbstbestimmung (z. B. Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung, sexueller Missbrauch).

Nach Bundesländern gab es die meisten Anzeigen in Wien, wo ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt wurde, mit dem man die angepeilte „Null-Toleranz“ gegenüber Gewalt an und um die Schulen durchsetzen will. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Steiermark und Oberösterreich. Die meisten Vorfälle nach Schultyp gab es an Neuen Mittelschulen (NMS), und zwar zwischen Schülern, nicht zwischen Schülern und Lehrern.

Video: „Gewaltfreies Klima an Schulen schaffen"

Hohe Dunkelziffer vermutet
Kimberger vermutet eine hohe Dunkelziffer bei Gewalttaten an Schulen. Neben mehr Unterstützungspersonal plädiert der Christgewerkschafter auch für „Time-Out-Gruppen“. Dabei werden Kinder und Jugendliche, die gewalttätig oder verhaltensauffällig sind, auf Zeit aus ihrer Klasse genommen und von speziellen Lehrern betreut.

Kimberger fordert eine flächendeckende Einführung dieses Instruments - das solle entweder per Gesetz festgelegt oder die Entscheidung darüber den Schulen autonom ermöglicht werden. Kimberger will außerdem die Eltern stärker in die Pflicht nehmen, bis hin zur Verhängung von Verwaltungsstrafen, „wenn es wirklich nicht mehr anders geht“.

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