Di, 23. Oktober 2018

Premiere am Samstag

09.10.2018 16:00

Gottfried Helnwein schuf Bühnenbild für „Macbeth“

Der weltberühmte Maler Gottfried Helnwein, der gerade 70 Jahre alt geworden ist, spricht im „Krone“-Interview über sein Bühnenbild für „Macbeth“. Am Samstag hat das aus dem Jahr 1988 rekonstruierte Tanz-Drama von Hans Kresnik im Musiktheater Premiere. Helnwein sorgte kürzlich durch die Verhüllung des Wiener Ringturms für Furore.

„Krone“: Welche Bedeutung hat Ihre langjährige Zusammenarbeit mit Hans Kresnik für das Gesamtwerk?
Gottfried Helnwein: Sein radikales  Herangehen hat sehr meinen eigenen Intentionen entsprochen. Durch meine Arbeiten für die Bühne habe ich begonnen, Raum und Bewegung in meine Werke mit einzubeziehen.

„Krone“: Was sind die stärksten Symbole der damaligen Inszenierung auf der Bühne?
Helnwein:
Es gibt nur drei Farben: Schwarz, Weiß und Rot. Die wenigen wesentlichen Elemente sind ein blendend weißer, steriler, antiseptischer Raum und ein gewaltiges eisernes Tor, das an die Türen der Verbrennungsöfen von Auschwitz erinnert. Dazu schwarze Schlacke, Blut, Bandagen, Uniformen und chirurgische Instrumente. Macbeth lässt die Kinder seines Konkurrenten MacDuff in einer überdimensionalen Puppenstube ermorden.

„Krone“: Wir wirkten Sie an der Rekonstruktion mit?
Helnwein: Da ich zur Zeit der Vorbereitung in den USA war, konnte ich die Arbeit an dieser Fassung nur per Skype unterstützen. Die Linzer Inszenierung hält sich, soweit ich weiß, ziemlich genau an die ursprüngliche Fassung von 1988. 

„Krone“: Sie sind immer wieder - zuletzt durch die Ringturm-Verhüllung - in Österreich präsent. Kommen Sie gerne her?
Helnwein: Je länger und je weiter ich weg war von Österreich, desto mehr habe ich die Qualitäten dieses Landes erkannt. Und mir ist bewusst geworden, wie sehr meine Arbeit in der österreichischen Kunst- und Kulturtradition verwurzelt ist. Es ist eine sentimentale, leidenschaftliche, und manchmal schmerzhafte Liebe zu diesem eigenartigen und wunderbaren kleinen Land. Ja, ich komme gerne hierher.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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