Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" haben die Ermittlungen wegen manipulierter Fußballspiele einen Hinweis auf die sogenannten Döner-Morde in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2006 ergeben. Dabei wurden ohne erkennbares Motiv acht Türken und ein Grieche erschossen - mit derselben Waffe.
Die Anklagebehörden in Bochum und Nürnberg wollten sich am Sonntag nicht zu den Gerüchten äußern. Eine BKA-Sprecherin ging nicht näher auf das laufende Verfahren ein.
Die "Bild am Sonntag" zitierte einen Angehörigen des Oberlandesgerichts Nürnberg mit den Worten: "Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen." Er verwies auf einen 42-jährigen Türken, der nach den Medienberichten als Wettpate unter Verdacht stehen und in seinem Heimatland einen Mord in Auftrag gegeben haben soll. Nach "Spiegel"-Informationen ergab sich diese Spur aus einem abgehörten Telefonat.
"Bundesliga ist nicht betroffen"
Unterdessen hat Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, am Sonntag Entwarnung gegeben, was die Verstrickung der Wett-Mafia in die höchsten Spielklassen betrifft: "Ich kann guten Gewissens sagen, dass sich die Dinge, die aufzuarbeiten und zu bestrafen sind, deutlich unterhalb der 1. und 2. Liga bewegen werden." Nachdem er am Wochenende die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Bochum ausführlich studiert hat, sei er überzeugt, es werden "keine fundamental neuen Erkenntnisse zutage treten". Ligapräsident Reinhard Rauball bestätigte: "Die Bundesliga ist nicht betroffen."
Nach Rücksprache mit der Bochumer Staatsanwaltschaft wollen der DFB und die Deutsche Fußball-Liga Anfang dieser Woche ein detaillierteres Zwischenergebnis ihrer Akteneinsicht präsentieren.
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