So, 23. September 2018

Lebensräume in Gefahr

05.07.2018 05:30

Gewässertest: Bauwerke bedrohen Ökosysteme

Die Ergebnisse einer aktuellen EU-Gewässerstudie lassen Umweltschützer Alarm schlagen. Zwar ist die Wasserqualität der meisten heimischen Flüsse in Ordnung. Die starke Verbauung bedroht jedoch zusehends Lebensräume - wie Brut- und Laichplätze von Fischen und Vögeln. In Kärnten sind weitere Einbauten geplant.

Fischen fehlen Kiesbänke zum Ablaichen. Die Lebensräume für Huchen und Äschen werden immer kleiner. Mit der Verbauung der Flüsse gehen für Eisvögel und Uferschwalben wichtige Brutplätze verloren. Umweltschützer vom Umweltdachverband und von WWF üben nach dem neuesten Gewässerbericht der Europäischen Umweltagentur heftige Kritik. Denn die europäischen Gewässer sind zwar sauberer geworden. Wegen der über 33.000 Querbauwerke gab es aber auch für Österreich schlechte Noten.

60 Prozent der Fließgewässer seien in keinem guten ökologischen Zustand, heißt es. „Flüsse und Bäche ringen nach wie vor mit Begradigungen, Regulierungen und Verbauungen durch Kraftwerke. Unsere letzten unversehrten Gewässerstrecken werden sukzessive zubetoniert. Es fehlen wichtige Lebensräume“, warnt Gerald Pfiffinger vom Umweltdachverband. Um Gewässer zu sanieren, werden 150 Millionen Euro für ökologische Maßnahmen gefordert. Auch der WWF appelliert, das Budget für den Gewässerschutz aufzustocken.

Um die Klimaziele zu erreichen, plant die Wasserkraftwerkslobby - wie berichtet - bis zu 150 neue Kleinanlagen in Kärnten zu errichten und damit sauberen Strom für 120.000 Haushalte bereitstellen zu können. „Von den 33.000 Querbauwerken sind nur 5000 Wasserkraftwerke. Der Großteil der Einbauungen sind für Hochwasserschutz oder Geschiebesperren“, verteidigt Paul Ablinger von der Kleinwasserkraft Österreich die Ausbaupläne.

Thomas Leitner
Thomas Leitner

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