Di, 20. November 2018

250 Mio. in Kryptogeld

04.06.2018 17:00

Millionär nahm Schlüssel zu Mega-Erbe mit ins Grab

Der unerwartete Tod des US-Millionärs Matthew Mellon zeigt, dass man sich im Bitcoin-Zeitalter rechtzeitig Gedanken darüber machen sollte, was mit jemandes Besitz nach seinem Ableben geschieht. Sonst ergeht es den Erben wie jenen von Mellon: Auf sie geht ein geschätztes Vermögen im Wert von 250 Millionen US-Dollar (rund 210 Millionen Euro) über, darauf zugreifen können sie aber nicht. Die Passwörter sind verschollen, das Geheimnis um ihren Verbleib hat Mellon wohl mit ins Grab genommen.

Laut dem IT-Portal „Heise“ war Mellon zu Lebzeiten ein recht misstrauischer Zeitgenosse, der sein Geld vor Hackern und Neidern versteckt hat. Er stieg früh mit zwei Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) in die Kryptowährung Ripple ein, der Kursrausch in den vergangenen Monaten erzeugte riesige Gewinne.

Erbe auf die gesamten USA verteilt
Als Mellon am 16. April einem Herzinfarkt erlag, war sein Ripple-Vermögen rund 250 Millionen Dollar wert, schätzen Experten. Das Problem, vor dem seine Erben nun stehen: Sie kommen nicht an das Geld, weil Mellon es zu Lebzeiten in Bankschließfächern überall in den USA verteilt hat.

Dem Bericht zufolge landete das Ripple-Vermögen - bzw. die Passwörter, um darauf zuzugreifen - auf Speicherkarten in Bankschließfächern überall in den USA. Viele dieser Schließfächer soll Mellon unter falschem Namen angemietet haben. Die Hinterbliebenen haben keine Aufzeichnungen über diese Schließfächer erhalten und wissen deshalb weder, wie viel Kryptogeld sich tatsächlich in der Hinterlassenschaft befindet, noch, wie sie darauf zugreifen können.

Kryptogeld-Investoren sollten Nachlass regeln
Der Fall Matthew Mellon zeigt, dass sich Kryptogeld-Besitzer - Stichwort: Digitaler Nachlass - rechtzeitig Gedanken darüber machen sollten, was mit ihrem digitalen Vermögen nach ihrem Ableben passiert. Der Blockchain-Technologie, die bei Bitcoin, Ripple und anderen digitalen Währungen im Hintergrund alles verwaltet, sind Namen und Verwandtschaftsbeziehungen nämlich einerlei. Sie erlaubt nur dann Geldgeschäfte, wenn jemand auch das nötige Passwort hat. Fehlt es, kann nicht auf das Geld zugegriffen werden. Schlimmstenfalls steckt es dann auf ewig in der Blockchain fest.

Kryptogeld-Investoren sind demnach gut beraten, rechtzeitig zu regeln, was mit ihrem digitalen Reichtum nach ihrem Ableben passiert und auch die Schlüssel für den Zugriff aufzubewahren. Ein Ausdruck mit den Zugangsdaten zu einem Bitcoin-Wallet kann beispielsweise als Anhang zum Testament beim Notar deponiert werden, damit dieser später die Erben damit versorgen kann.

 krone.at
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