Trio in Ried angeklagt

Prozess um viele Liebschaften und vier Kilo Kokain

Oberösterreich
16.03.2018 07:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eigentlich ging es beim Prozess in Ried um vier Kilo Kokain von bester Qualität, mit dem die drei angeklagten Bosnier, eine Frau und zwei Männer, in Schladming erwischt worden waren. Koks für die ganze Skisaison. Bei der Verantwortung des Trios vor Richter Nikolaus Steininger spielte aber auch die Liebe eine große Rolle.

Die Erstangeklagte (44) will den Drogendeal nur eingefädelt haben, weil sie in den Auftraggeber – der sich bei der Koksübergabe in Schladming (Stmk.) als verdeckter Ermittler entpuppte –, ein bisschen verliebt war. Er habe ausgesehen wie ein bekannter Kabarettist. Sagt Anwalt Benno Wageneder. Diese Vorgangsweise sei unzulässig. Seine Mandantin habe in ihrem ganzen Leben noch nie etwas mit Drogen zu tun gehabt. Außerdem sei sie paranoid und daher nicht zurechnungsfähig. Das soll jetzt ein Gutachter abklären. Beim Prozess wollte sie übrigens nicht aussagen.

Verliebter Beschützer
Für diese Frau war wiederum der verheiratete Zweitangeklagte (Verteidiger Mathias Burger) entflammt. Der auch als Catchfighter sportlich tätige Mechaniker habe seine Angebetete nur beschützen wollen – und in Schladming „nur“ das Geld gezählt.

Prozess wurde vertagt
Der dritte auf der Anklagebank war als Drogenkurier eingesetzt und ist geständig. „Ich wusste, dass Suchtgift in dem Paket war.“ Sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger will an die ganzen Liebesgeschichten nicht glauben und bekommt Unterstützung von Richter Steininger: „Wer eine derartige Menge Suchtgift in so kurzer Zeit aufstellen kann, der muss schon in der Szene verhaftet sein.“ Der Prozess wurde für weitere Zeugen vertagt.

Bei Koks-Übergabe erwischt
Mit vier Kilo Kokain im Gepäck waren die drei Angeklagten, die in Düsseldorf zu Hause sind, im Herbst des Vorjahres in Schladming erwischt worden. 160.000 Euro hatten ihnen heimische Dealer für die Lieferung versprochen. Doch bei der Übergabe des Kokains mit einem Reinheitsgrad von 95 Prozent in einer Garage klickten die Handschellen für die Frau und ihre Komplizen.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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