Mi, 20. Juni 2018

Kanzler gratuliert

25.02.2018 20:19

Kurz sieht „kräftigen Rückenwind“ für seine ÖVP

Hoch erfreut über den klaren ersten Platz der Volkspartei bei der Tiroler Landtagswahl hat sich am Sonntag Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz gezeigt: "Das Tiroler Wahlergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen", gratulierte er Landeshauptmann Günther Platter zum Wahlsieg und den Zugewinnen.

Kurz bedankte sich auch bei allen Funktionären und Helfern. Seit der Landtagswahl 2009 in Oberösterreich sei dies die erste Landtagswahl mit Zuwächsen für die Volkspartei. Das Tiroler Ergebnis zeige vor allem, dass nach der Nationalratswahl und der niederösterreichischen Landtagswahl auch die Tiroler "die Sacharbeit, das Miteinander und den neuen Politikstil mit Zustimmung belohnen", so Kurz. "Das Tiroler Ergebnis gibt auch uns auf Bundesebene nochmals kräftigen Rückenwind."

Eine Koalitionspräferenz für Tirol wollte Kurz nicht abgeben. "Die Koalitionsentscheidung ist hier in Tirol zu treffen", so der Kanzler, der bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen "gar nicht mitsprechen" will. Landeshauptmann Platter werde aber mit allen Parteien Gespräche führen, fügte der ÖVP-Chef hinzu.

Strache gratuliert Abwerzger zu "ausgezeichnetem Ergebnis"
Auch FPÖ-Bundesparteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache konnte sich angesichts des Abschneidens der Freiheitlichen in Tirol freuen. Er gratulierte Spitzenkandidat Markus Abwerzger zum "ausgezeichneten Ergebnis" und betonte, dass sich die FPÖ auch "von Schmutzkübelkampagnen nicht bremsen" lasse.

"Die FPÖ hatte einen Wahlkampf unter widrigen Bedingungen zu führen und wurde mit unfairsten Mitteln bekämpft. Angesichts dieser Umstände ist das FPÖ-Plus - der stärkste Zugewinn aller Parteien - sensationell", frohlockte Strache. "Ich möchte mich bei unseren Tiroler Wählerinnen und Wählern sehr herzlich bedanken", so der FPÖ-Chef.

Kern: "Aufwärtstrend der Sozialdemokratie setzt sich fort"
Ein "hervorragendes Ergebnis" für die Tiroler SPÖ bei der Landtagswahl am Sonntag sieht Bundesparteichef Christian Kern. "Der Aufwärtstrend der Sozialdemokratie setzt sich fort", zeigte er sich in einer Aussendung erfreut. Bei einer möglichen Koalition sei eine deutliche sozialdemokratische Handschrift wesentlich, erklärte Kern - hierfür sehe er in Tirol "viele Anknüpfungspunkte".

Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik habe es geschafft, die SPÖ in Tirol in kurzer Zeit neu aufzustellen und einen "engagierten und lebendigen Wahlkampf mit klarer sozialdemokratischer Handschrift" zu führen, findet Kern. Damit sei es gelungen, "die FPÖ zum dritten Mal in Folge auf Platz drei zu verweisen - ein Zeichen dafür, wie stark die Sozialdemokratie in ganz Österreich ist. Wir haben heute gemeinsam gewonnen."

Grünen-Bundesprecher Kogler sieht "Achtungserfolg"
Grünen-
Bundessprecher Werner Kogler nimmt den Verlust des Tiroler Bundesratssitzes recht gelassen: Nach jetzigem Usus wäre der Fraktionsstatus im Wiener Parlament - und damit die Klubförderung - zwar weg, räumte Kogler ein. Man sei aber auch nicht davon ausgegangen, dass man ihn hält.

Was Tirol betrifft, ist Kogler der Meinung, dass dort "mehr als ein Achtungserfolg eingefahren wurde". Man habe sich auf hohem Niveau halbwegs halten können, auch in der Schwierigkeit des "Juniorpartner-Daseins". Er gehe davon aus, dass die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen "voll im Spiel" seien. Auch hofft Kogler auf die Chance, dass der grüne Bürgermeisterkandidat Georg Willi im April bei der Gemeinderatswahl in Innsbruck in die Stichwahl kommt.

Strolz mit NEOS-Landtagseinzug "zufrieden"
NEOS-Chef Matthias Strolz rechnet mit einer Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition in Tirol. Mit dem Ergebnis der Tiroler Landespartei, also dem Landtagseinzug, zeigte sich der NEOS-Chef "zufrieden".

Dies sei auch von der Größenordnung her das Ergebnis, das er erwartet habe. Nun rate er der Landespartei, sich "aktiv" in die voraussichtlichen Sondierungsgespräche einzubringen. Die Chance auf eine schwarz-pinke Koalition bewertete Strolz aber als nicht sehr hoch. Die Pinken würden jedenfalls beim Rennen, wer es billiger macht, nicht mitmachen.

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