Sa, 21. Juli 2018

Außer Kontrolle

15.01.2018 15:44

Chinas Raumlabor stürzt im Frühjahr auf die Erde

Teile des 2016 außer Kontrolle geratenen chinesischen Raumlabors „Tiangong 1“ („Himmelspalast“) werden nach Einschätzung von Raumfahrtexperten voraussichtlich in einigen Wochen auf der Erde einschlagen. "Wir rechnen irgendwann zwischen Mitte März und Mitte April mit dem Eintritt in die Erdatmosphäre", sagte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA am Montag in Darmstadt.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Erde etwas passiert, ist aber sehr, sehr gering“, erklärte Krag. Dass Teile des rund 8,5 Tonnen schweren „Himmelspalasts“ in Deutschland oder Österreich herunterkommen, sei sogar ausgeschlossen, so der Experte. Das Gebiet, über dem die Trümmer eintreten können, ist riesig. Krag spricht von "einem Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators mit allen Längen". Damit kann es alle Kontinente - bis auf die Antarktis - und alle Ozeane treffen. "Die Wahrscheinlichkeit ist innerhalb dieses Gebietes nahezu gleich verteilt." Lediglich der nördliche und der südliche Rand seien etwas mehr gefährdet. Dazu gehörten beispielsweise Italien und Spanien.

Im vergangenen Herbst war bekanntgeworden, dass China den 8,5 Tonnen schweren "Himmelspalast" nicht mehr steuern kann und er nach sechs Jahren im All und zahlreichen Experimenten unkontrolliert auf die Erde stürzen wird. Laut Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde des Landes umkreist das Labor die Erde zunächst in immer niedrigerer Umlaufbahn bis es schließlich in den Sturzflug übergehen wird.

„Himmelspalast“ seit September 2011 im Weltall
Das 8,5 Tonnen schwere Modul „Tiangong 1“ war am 29. September 2011 an Bord einer Rakete vom Typ „Langer Marsch 2FT1“ vom Raumfahrtzentrum in Jiuquan in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ins Weltall gebracht worden. Über die Jahre hat der „Himmelspalast“ sechs Kopplungsmanöver mit chinesischen Raumschiffen der „Shenzhou“-Reihe absolvierte.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit der Erde geht. Das bisher größte Teil war die sowjetische Raumstation "Saljut 7", deren Bruchstücke 1991 auf Argentinien fielen - ohne dass Menschen getroffen wurden. Die USA scheiterte im Jahr 1979 mit dem Plan, ihr ausrangiertes Forschungslabor "Skylab" über Südafrika niedergehen zu lassen: Es stürzte über Australien ab.

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