28.12.2017 09:28 |

Ägyptens Horror-Knast

„Ich fürchte, sie wird es nicht lebend schaffen"

„Ich werde für sie kämpfen, bis sie wieder frei ist“, so das Versprechen des verzweifelten Vaters von Laura Plummer, die in Ägypten wegen des Schmuggels von mehreren Hundert Schmerztabletten zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Die junge Britin sitzt derzeit unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Horror-Gefängnis, ihre Familie bangt um ihre Sicherheit: „Ich fürchte, sie wird es dort nicht lebend herausschaffen“, so die Schwester der 33-Jährigen.

Plummer wurde nach der Urteilsverkündung in das berüchtigte Gefängnis von Qena, 150 Kilometer nördlich von Luxor, gebracht. Dort herrschen unfassbare Zustände, Gewalt von Mitinsassen und Gefängniswärtern ist allgegenwärtig, berichten ehemalige Häftlinge. Für Plummers Familie ist es unvorstellbar, dass die liebenswürdige Frau nun mit Vergewaltigern, Mördern und Dschihadisten in einer Zelle sitzt. „Sie muss die Hölle auf Erden erleben“, so die Schwester der Britin.

„Sie ist wie ein Geist“
Dabei war auch die Untersuchungshaft schon eine traumatische Erfahrung für Plummer: Sie musste sich eine winzige Zelle mit bis zu 25 Frauen teilen, die Toilette war ein verdrecktes Loch im Boden. Frische Kleidung gab es nie, Plummer hatte seit ihrer Ankunft im Oktober dieselben Sachen an. Zudem war die 33-Jährige als Ausländerin zur Zielscheibe der anderen Frauen geworden, sie wurde geschlagen und getreten. Nach einem Besuch bei Plummer erklärte ihre Schwester: „Sie ist nicht wiederzuerkennen, ihre Augen sind leer, ihre Haare fallen aus – sie ist wie ein Geist.“

Der Gedanke, dass Plummer nun ganze drei Jahre in einem der gefährlichsten Gefängnisse Ägyptens überstehen soll, treibt ihre Familie in den Wahnsinn. „Sie hat ein unschuldiges, weiches Herz. Sie ist ein guter Mensch – aber sie ist nicht so stark, das zu überstehen“, erklärt die Mutter der 33-Jährigen.

Einspruch in frühestens 60 Tagen möglich
Die nächsten 60 Tage muss die junge Britin allerdings durchhalten, frühestens dann kann sie Einspruch gegen das Urteil einlegen und hoffen, dass der zuständige Richter die Einfuhr der Schmerztabletten nicht als Verbrechen sieht, sondern einfach nur als gute Tat, um die Rückenschmerzen ihres Freundes zu mindern.

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