Todescrash über NY
Hudson-Drama: Warnrufe verhallten ungehört
Die beiden Maschinen stürzten am Samstag nach dem Zusammenstoß bei klarer Sicht nahe dem New Yorker Stadtteil Manhattan in den Fluss. Bislang wurden sieben Leichen geborgen. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg hatte keiner der Insassen eine Chance, das Unglück zu überleben. An Bord des Hubschraubers befanden sich außer dem Piloten fünf italienische Touristen auf einem Rundflug.
Beobachter versuchte, die Hubschrauber-Insassen zu warnen
Der Pilot eines weiteren Hubschraubers, der den Unfall vom Boden aus beobachtete, versuchte noch, seinen Kollegen über Funk zu warnen. Er habe aber keine Antwort erhalten. Dann habe er gesehen, wie die rechte Tragfläche des Flugzeugs den Hubschrauber gestreift habe. Beide Maschinen stürzten ab - unweit der Stelle, an der vor sieben Monaten ein Pilot einen Passagierjet wie durch ein Wunder sicher notwasserte (siehe unten).
Passanten flüchteten vor umherfliegenden Trümmerteilen
Tausende Menschen am Ufer des Hudsons wurden Augenzeugen des Unglücks, viele mussten sich wegen umherfliegender Trümmerteile, darunter auch Rotorblätter, in Sicherheit bringen. Auf beiden Seiten des Ufers waren Rettungskräfte im Einsatz.
Das Unglück ereignete sich zwischen Manhattan und der Stadt Hoboken im Staat New Jersey in einem vielbeflogenen Luftkorridor. Dort können Piloten ihre Strecke weitgehend selbst wählen, sofern sie unter einer Flughöhe von 300 Metern bleiben und den Wolkenkratzern in Manhattan nicht zu nahe kommen.
Hubschrauberwrack bereits gehoben
Der abgestürzte Helikopter gehörte einem Unternehmen für Besichtigungs- und Charterflüge. Obwohl starke Strömung und schlechte Sicht im Hudson die Bergungsarbeiten behinderten, wurden die Wrackteile des Hubschraubers und des einmotorigen Privatflugzeugs bereits gehoben und zu einem Hafenpier gebracht. Zu der Ursache für den Absturz konnten die Behörden noch nichts sagen. "Wir befinden uns noch in der Anfangsphase unserer Ermittlungen", so eine Sprecherin.
Zu lasche Kontrollen in der Mietflugbranche?
Vor knapp einem Monat hatte ein Bericht des Verkehrsministeriums vor zu laschen Kontrollen in der Mietflugbranche gewarnt. In dem Bericht wurde die Flugaufsichtbehörde (FAA) dafür kritisiert, Unternehmen, die Flüge mit Maschinen für weniger als 30 Passagiere anbieten, deutlich weniger stark zu überwachen als größere Fluggesellschaften. Die NTSB-Vorsitzende erklärte in einem Interview vor dem Unglück vom Samstag, der Bericht mache deutlich, dass bei der Aufsicht ein Ungleichgewicht herrsche.
Erinnerungen an Notwasserung auf dem Hudson
Der Absturz vom Samstag weckte Erinnerungen an ein Unglück im Jänner. Damals hatte ein Pilot mit einer spektakulären Notlandung auf dem Hudson River 155 Menschen das Leben gerettet. Kurz nach dem Start des voll besetzten Flugzeugs waren beide Motoren ausgefallen, weil Gänse in die Triebwerke geraten waren. Nach der Notlandung konnten alle Menschen an Bord in einer spektakulären Aktion von Fähren und Booten gerettet werden.







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