Auch nach dem hitzigen Spiel zeigte sich Maierhofer wenig einsichtig. Zu seiner Schwalbe und seinem Ausschluss meinte er: "Der Goalie hat mich an Hand und Fuß berührt." Andere Spieler seien für ähnliche Unsportlichkeiten nicht ausgeschlossen worden. Auch der anschließende unrühmliche Abgang scheint ihm kein Kopfzerbrechen zu bereiten: "Was hätte ich denn tun sollen? Mich artig bedanken, während ich beschimpft werde? Sogar ein Security-Typ hat sich mir in den Weg gestellt. Ich muss mir nicht alles gefallen lassen."
Neben der Sperre von einem Spiel hat der Angreifer auch intern kaum Konsequenzen zu erwarten. Rapids Sportchef Hörtnagl zeigte sogar Verständnis für Maierhofers Verhalten: "Er will den Erfolg, war verärgert, da waren Emotionen im Spiel."
Schiri Meßners Karten-Spiele
Rapid ist am Sonntag mit einer 1:2-Niederlage beim SV Mattersburg in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Die Wiener mussten allerdings fast zwei Drittel der Partie in Unterzahl bestreiten und beendeten das Spiel zu neunt. In der ruppigen und vor allem in der Schlussphase hitzigen Partie flog neben Maierhofer auch Pehlivan mit Gelb-Rot (32. Minute) vom Platz. Schiedsrichter Stefan Meßner zückte insgesamt elf Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten und wurde für Rapid dadurch zum Sündenbock.
Meßners insgesamt 15 Karten bedeuten auch einen neuen Rekord in der Liga. Der Steirer übertraf mit seinen Karten-Spielen seinen Wiener Kollegen Fritz Stuchlik, der am 25. April ebenfalls in Mattersburg in der Partie zwischen den Burgenländern und Kapfenberger SV (3:1) 14 Verwarnungen ausgesprochen hatte.
Meßner ist sich keiner Schuld bewusst
Meßner selbst, der aus Altersgründen am Jahresende sein Pfeiferl abgeben muss, beurteilte seine Leistung nach dem Match folgendermaßen: "In diesem Spiel waren viele Fouls. Die beiden Roten Karten waren gerechtfertigt. Es waren viele kleine Gehässigkeiten in der Partie. Ich habe versucht, diese von Anfang an mit Gelben Karten zu unterbinden." Rapids Trainer Peter Pacult wollte sich die Zunge nicht verbrennen und verweigerte eine Stellungnahme.
Kapitän Steffen Hofmann hingegen sprach Klartext: "Die Ausschlüsse waren auch ein Hauptgrund für die Niederlage. Wer ein bisschen Fußball-Sachverstand hat, hat gesehen, was da passiert ist. Das hat gezeigt, dass die Wiener Vereine stets bevorzugt werden." Andreas Dober sprach von einer unverdienten Niederlage und einer Partie mit vielen strittigen Szenen. "So ein Spiel habe ich noch nie erlebt", sagte der Rapid-Verteidiger, der seine Elf als die klar bessere gesehen hatte.
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