Alle Vereine haben nun bis 11. Mai Zeit, beim Protestkomitee gegen den Beschluss Protest einzulegen. Bei einem weiteren negativen Bescheid, der bis 16. Mai fallen muss, wäre nur noch der Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht möglich. Dieses wird im Fall der Fälle bis spätestens 31. Mai eine endgültige Entscheidung treffen.
Verwunderung in Kärnten
Kärnten nahm die Botschaft aus Wien mit Verwunderung entgegen. "Trotz des uneingeschränkten Testats unseres Wirtschaftsprüfers wollte die Bundesliga keine positive Entscheidung treffen", meinte Präsident Mario Canori über eine "nicht nachvollziehbare Entscheidung". Stolpersteine auf den Weg zur Lizenz in erster Instanz waren für die Kärntner fehlende politische Beschlüsse.
Ein Beschluss der Stadt Klagenfurt über eine Zahlung von Infrastrukturkosten in der Höhe von 500.000 Euro war ebenso wie eine Haftungserklärung erst am Mittwoch erfolgt. Diese Erklärung, die die Strafzahlung von rund 1,1 Millionen Euro an den insolventen FC Kärnten beinhaltet, war in den vorerst abgegebenen Kärntner Unterlagen noch nicht aufgeschienen. "Diese Zusagen sind nun da", erklärte Canori. Er mache sich jedenfalls "für die zweite Instanz keine Sorgen".
Zweiter Kritikpunkt der Liga war laut Canori die Situation der Nachwuchs-Akademie. Wurde diese bisher durch das Land Kärnten einmalig mit einer Million Euro gefördert, wurde diese Zahlung in diesem Jahr gezwölftelt. Die Liga habe nun ein Liquiditätsproblem bei der Nachwuchsschmiede befürchtet.
Ärger bei der Admira
In der Erste Liga erwischte es überraschend Cup-Finalist Admira. "Das ist eine reine Formalgeschichte, die in eineinhalb Stunden erledigt ist, aber einen immensen Imageverlust bedeutet. Das ist ein Skandal", ärgerte sich Präsident Richard Trenkwalder. Für die Imagekorrektur werde er "eine Million Euro" aufwenden müssen.
Bei Gratkorn war der neue Kunstrasen, der in der Sommerpause verlegt werden wird, der Grund für die vorerst verweigerte Lizenz. "Wir haben damit gerechnet, dass der erste Entscheid so sein wird, weil unser derzeitiger Kunstrasen nicht mehr den Auflagen entspricht", erklärte Josef Schenkirsch, der geschäftsführende Präsident. Da es sich aber bei der Neuverlegung um eine Bauentscheidung der Gemeinde handle, habe eben noch das richtige Dokument in den Unterlagen gefehlt, um den Senat 5 zufriedenzustellen. Der Entscheidung vor dem Protestkomitee sah Schenkirsch aber zuversichtlich entgegen.
Lustenau-Präsident Dieter Sperger glaubt ebenfalls, dass der zweite Instanzenweg nur noch Formsache für seinen Club sein wird, da nur fehlende Bankgarantien für Transfererträge sowie Sponsorverträge beanstandet worden sind. "Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass wir die Lizenz im zweiten Anlauf bekommen werden", sagte Sperger, für den die Bundesliga mit der Bankgarantie für Sponsoren, mit denen ein gültiger Rechtsvertrag vorliegt, jedoch "ein bisschen übers Ziel hinausschießt". Bei Schlusslicht Vöcklabruck war vorerst niemand erreichbar.
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