Fieberhafte Suche

Viele Stars als Bayern-Trainer im Gespräch

Fußball
29.04.2009 10:12
Rückkehrer Jupp Heynckes spielt für vier Wochen den Feuerwehrmann, im Bundesliga-Endspurt muss der FC Bayern München aber gleichzeitig einen Cheftrainer für die nächste Saison suchen. Namhafte Kandidaten werden schon lange gehandelt, nach dem grandios gescheiterten Engagement Jürgen Klinsmanns kann sich die Führung um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß nun keinen neuerlichen Fehlschlag mehr leisten. "Am 1. Juli werden wir einen qualifizierten Mann haben", versicherte Hoeneß. Man wolle sich aber "nicht unter Zeitdruck setzen", ergänzte Rummenigge, der um den Erfolgszwang für die Vorstandsriege weiß: "Es muss eine überzeugende Lösung sein!"

In den restlichen fünf Liga-Spielen sollen Interimscoach Heynckes und Co-Trainer Hermann Gerland den Rekordmeister wieder in die Erfolgschiene bringen. An seinem ersten Arbeitstag am Dienstag meinte Heynckes: "Ein Club wie Bayern München muss nächste Saison in der Champions League spielen", sagte der 63-Jährige bei seiner Antritts-Pressekonferenz. Um die Endstation der bayrischen Sehnsucht zu erreichen, muss zumindest der zweite Tabellenplatz her. Über den Meistertitel solle man nicht öffentlich reden, mahnte Heynckes, sondern zunächst nur an das nächste Spiel am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach denken.

Wenger wäre der Wunschkandidat
Wichtigste Kriterien für den Nachfolger des am Montag gefeuerten Jürgen Klinsmann sind: Es muss "ein Fußball-Lehrer" sein, der Erfahrung besitzt, Erfolge vorweisen und mit Stars umgehen kann. Am besten einer, der kurzfristigen Erfolg verspricht und langfristig eine Spielphilosophie entwickeln kann. Dinge, die der allerdings wohl nicht zu habende Franzose Arsene Wenger von Arsenal London in sich vereint.

"Wir haben immer vorgehabt, mal einen Trainer zu finden, der zwei, drei, vier Jahre eine Mannschaft formt", sagte Hoeneß. Rummenigge nannte ebenfalls als "Prämisse" für den Neuen, dass sich die Mannschaft unter ihm "in einem positiven Sinne entwickelt".

Viele klingende Namen
Gehandelt werden deutsche Übungsleiter wie DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, Bernd Schuster (zuletzt Real Madrid) oder Armin Veh (zuletzt VfB Stuttgart) sowie bekannte internationale Namen wie Frank Rijkaard, der den FC Barcelona 2006 zum Champions-League-Gewinn führte, der ehemalige schwedische England-Teamchef Sven-Göran Eriksson oder die Italiener Carlo Ancelotti (AC Milan) und Roberto Mancini (zuletzt Inter Mailand), den Luca Toni ins Gespräch gebracht hatte. "Es ist möglich, dass ich nächstes Jahr wieder als Trainer arbeite, aber im Ausland", sagte Mancini am Montagabend im italienischen TV- Sender "Sky Sport 24".

In der Infobox kannst du abstimmen, wer deiner Meinung nach neuer Bayern-Trainer werden soll!

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, der bei der Trainer-Verpflichtung zustimmen muss, warb für eine große Lösung: "Ich hoffe auf einen Trainer, der in die Nähe der Klasse eines Guus Hiddink kommt." Der Niederländer betreut die russische Nationalmannschaft und hilft bis Saisonende Chelsea FC aus, der im Champions-League-Halbfinale gegen FC Barcelona steht. Rummenigge versicherte, dass man "bis dato" noch mit keinem Coach gesprochen habe. Und man solle auch "alles vergessen", was man bisher vernommen habe.

Hoeneß: "Jetzt müssen wir keine Rücksicht mehr nehmen"
Hoeneß bezeichnete es als Vorteil, dass man nach der Klinsmann-Entlassung und wegen des befristeten Heynckes-Engagements "jetzt keine Heimlichtuerei" auf der Suche betreiben müsse: "Wir müssen keine Rücksicht mehr auf den bestehenden Trainer nehmen." Am liebsten möchte man rasch Planungssicherheit: "Natürlich wäre eine zeitnahe Lösung schön, um den Trainer in die Kaderplanung für die neue Saison einzubinden. Das ist ohne Frage notwendig", sagte Rummenigge.

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