Derzeit soll das Budget des Cup-Semifinalisten zumindest sechs Millionen Euro betragen und damit zehn Millionen unter jenem der Austria liegen, die in der Stronach-Ära 25 Millionen zur Verfügung gehabt haben soll. In Zukunft werde in Wiener Neustadt jeder Euro umgedreht, kündigte Svetits an. Er gehe in wirtschaftlich angespannten Zeiten selbst mit gutem Beispiel voran. "Ich verzichte auf einen Teil meiner Bezüge", verriet der geschäftsführende Vizepräsident und führte auch gleich ein weiteres Beispiel an. Der Trainingsbetrieb wird ab Juli von der Sportschule Lindabrunn nach Steinbrunn verlegt. "Dort haben wir die gleiche Qualität zu niedrigeren Kosten."
Neue Tribüne nur bei Meistertitel
Svetits wies weiters darauf hin, dass alle Sparmöglichkeiten ausgenützt würden. Das betreffe auch die Spielerplanungen für die kommende Saison. "Wir werden den Kader so gestalten, dass wir nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten und vorzugsweise nur solche Ergänzungsspieler verpflichten, die ablösefrei sind", so der Burgenländer, nach dessen Angaben der Vertrag zwischen Hauptsponsor Magna und dem Verein unbefristet läuft. Die kürzlich errichtete neue Tribüne, die 2.084 Zuschauern Platz bietet, wird nur dann bleiben, wenn Kuljic, Aigner und Co. den Meistertitel holen.
Svetits war von Ende Juni 2001 bis Mai 2003 auch Sportdirektor der Austria und von Stronach mit dem Auftrag verpflichtet worden, so rasch wie möglich den Meistertitel zu holen. Christoph Daum, der nach Walter Schachner als Trainer nach Favoriten gelockt worden war, bezeichnete den 51-Jährigen als Urheber des Erfolgs, des Double-Gewinns 2002/03. Danach ersuchte der frühere GAK-Macher Stronach um Beurlaubung, um ab Jänner 2007 als Berater der Hollabrunner Akademie vorgestellt zu werden und im Hintergrund die Übernahme des SV Schwanenstadt, dessen Bundesliga-Lizenz nun Wiener Neustadt besitzt, vorzubereiten.
Svetits hegt keinen Groll gegen die Austria
Ressentiments gegenüber dem FK Austria kennt Svetits nicht: "Überhaupt nicht, ich hatte dort eine schöne, mit dem Gewinn des Liga-Titels, des Cups und des Supercups auch eine erfolgreiche Zeit, an die ich gerne zurückdenke", meint er und Ernst Neumann, Manager und zweiter Stellvertreter von Präsident Stronach, fügte hinzu: "Ich habe bei der Austria viel gelernt." Zum "alten" Verein haben Magna, Stronach und Co. noch immer eine gewisse Beziehung. Im Horr-Stadion besitzt der Konzern eine Loge und finanziert der Austro-Kanadier den Polen Jacek Bak. Und so ist das Thema Magna unter den Fans noch immer ein Thema.
Am Verteilerkreis bemüht man sich, die Vernunft der Diplomatie sprechen zu lassen. Magna sei noch immer einer unserer Partner, über einem langjährigen Sponsor, der stets eine schwarze Null im Budget garantiert habe, verliere man kein schlechtes Wort, das sei nicht der violette Stil "Magna ist ein Unternehmen, das viele Österreicher beschäftigt. Wir schauen nach vorne und nicht zurück", sagte Austria-Präsident Wolfgang Katzian, der auch GPA-Chef und NR-Abgeordneter ist. Der Cup dürfe nicht hoch stilisiert werden. "Wenn wir etwas zeigen wollen, dann ist es auf sportliche Ebene, wo wir erfolgreich sein wollen", so Katzian.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.