Der verkühlte Rapid-Coach Peter Pacult verzichtete nach dem Schlusspfiff auf eine Stellungnahme und schickte stattdessen seinen Co-Trainer Zoran Barisic zu den Interviews, in denen der Ex-Freistoß-Spezialist zufrieden Bilanz zog. "Die Mannschaft hat eine reife Leistung abgeliefert. Wir waren in der Defensive sicher und vorne immer gefährlich, daher geht der Sieg in Ordnung." Matchwinner für die Grün-Weißen, die in keiner Phase ernsthaft gefordert wurden, war Branko Boskovic, der je einmal mit links und rechts traf. "Meine beiden Tore haben das Spiel entschieden", jubelte der Montenegriner.
Weniger Grund zur Freude hatten die Mattersburger, für die die Lage am Tabellenende immer bedrohlicher wird. Zwar fehlt derzeit nur ein Punkt auf die neuntplatzierten Altacher, allerdings haben die Vorarlberger zwei Spiele weniger ausgetragen. Kapfenberg scheint mit neun Zählern Vorsprung und einem Match Rückstand überhaupt schon außer Reichweite. "Nach einem Rückstand stecken wir immer den Kopf in den Sand, das muss aufhören. Es fehlte die Leidenschaft. Jeder muss jetzt wissen, worum es geht", erklärte Trainer Franz Lederer.
Rapid von Beginn an tonangebend
Rapid war von Beginn an die tonangebende Mannschaft und wäre schon in der 6. Minute durch einen Kopfball von Maierhofer in Führung gegangen, hätte sich nicht Schiedsrichter Gangl fälschlicherweise auf seinen Assistenten verlassen und Abseits gegeben. Von dieser umstrittenen Entscheidung ließ sich der Rekord-Champion allerdings nicht beirren und stellte in der 21. Minute auf 1:0. Nach einem Einwurf kam der Ball über Maierhofer zu Hofmann, dieser bediente mit der Ferse Boskovic, der aus 14 Metern Bliem keine Chance ließ.
Danach hatte Hoffer zwei gute Chancen, um die Führung auszubauen, der Teamstürmer köpfte jedoch in der 32. Minute aus fünf Metern über das Tor und wurde in der 40. Minute von dem aus dem Strafraum geeilten Bliem gestoppt. Zwei Minuten später musste sich der Mattersburg-Goalie allerdings bei einem Schuss von Boskovic aus rund 25 Metern neuerlich geschlagen geben.
Mattersburg harm- und ideenlos
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen - Rapid hatte das Ruder in der Hand und kombinierte phasenweise gefällig, die Mattersburger hingegen präsentierten sich völlig harm- und ideenlos und sind in dieser Form Abstiegskandidat Nummer eins. Die gefährlichste Angriffs-Aktion der Burgenländer im gesamten Match war bezeichnenderweise ein Kopfball von Rapid-Verteidiger Eder, der nur knapp das eigene Tor verfehlte (11.).
Zu den schweren Mängeln im Offensivspiel gesellten sich auch große Lücken in der Abwehr, so auch beim 0:3 in der 53. Minute, als Hofmann auf der rechten Seite im Strafraum zum Ball kam und mit Übersicht auf Hoffer flankte, der den Ball nur noch aus kurzer Distanz ins leere Tor bugsieren musste. Damit war die Partie gelaufen, Rapid brachte den Vorsprung ohne größere Kraftanstrengung über die Distanz und landete den ersten Auswärtssieg seit dem 31. Oktober 2008 (2:0 in Kapfenberg). Die Mattersburger warten nun schon seit 18 Partien auf einen vollen Erfolg.
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