Vor Sitzungsbeginn galten der oberösterreichische Landeschef Leo Windtner und Ex-Rapid-Boss Günter Kaltenbrunner als aussichtsreichste Anwärter auf den höchsten Fußball-Funktionärsjob, der seit dem Rücktritt von Friedrich Stickler am 7. November des Vorjahres interimistisch vom Wiener Landespräsidenten Kurt Ehrenberger ausgeübt wird. Am 28. Februar jedoch muss der 75-Jährige seinen Posten räumen, wenn im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung der neue Verbandschef offiziell inthronisiert wird.
Strukturreform in den Grundzügen formell abgesegnet
Während das Warten auf den neuen ÖFB-Präsidenten weitergeht, wurde bei der Sitzung, in deren Rahmen neben dem Wahlausschuss auch das Präsidium tagte, immerhin die am 19. Dezember 2008 in Grundzügen beschlossene Strukturreform formell abgesegnet. Damit ist laut ÖFB-Aussendung gesichert, dass dieses Reformpaket die statutarisch notwendige Mehrheit im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung findet.
Gegen die Neuerungen, die im Dezember im Wahlausschuss noch einstimmig angenommen worden waren, hatte es zuletzt Widerstand etwa vom Wiener Landesverband gegeben. Stein des Anstoßes war unter anderem die Installierung eines Direktoriums als neues Machtzentrum im ÖFB. In dem zum Beispiel für die Teamchef-Bestellung maßgeblichen Gremium sitzen von ÖFB-Seite nur noch je ein Landes-Vertreter der Regionen Ost, Mitte und West, was für die Landespräsidenten einen Verlust an Einfluss zur Folge hat.
Ludwig: Ende der Chefsuche bei Treffen am 2. Februar
Zu Personaldiskussion um den neuen Präsidenten wollte sich der Noch-Generalsekretär und künftige ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig nicht äußern, er ist aber von einem Ende der Chefsuche am 2. Februar überzeugt. "Es ist völlig klar, dass an diesem Tag die Entscheidung fallen muss", sagte der Wiener. Dem "General" fiel ein Stein vom Herzen, weil die "in Grundzügen beschlossene Strukturreform" endgültig unter Dach und Fach sein dürfte. "Wir haben jetzt die Gewissheit, dass bei der außerordentlichen Hauptversammlung eine Mehrheit dafür vorhanden ist."
Laut Herbert Hübel, dem Vorsitzenden des ÖFB-Wahlausschusses, hat die Diskussion über einen neuen Präsidenten in dem Treffen nur eine untergeordnete Rolle gespielt. "Dieses Thema war der kürzeste Teil der Sitzung", behauptete der Salzburger Landesverbandspräsident, der keine Angaben darüber machen wollte, welche oder wie viele Kandidaten zur Auswahl standen, ob bis zum 2. Februar ein neuer Anwärter dazukommen könnte oder ob sich ein Trend in Richtung eines potenziellen Verbandschef abgezeichnet hat. Wichtiger sei bei der Sitzung das Sichern einer Mehrheit für die Strukturänderungen gewesen. "Diese Reform ist durch, da gibt es kein Deuteln mehr", betonte der Jurist.
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