Mi, 22. August 2018

Böller-"Attentat"

09.09.2008 13:55

Derby: Austria und Rapid müssen blechen

Der Strafsenat der tipp3-Bundesliga hat in seiner Sitzung am Montagabend nach dem "Attentat" im Wiener Derby, bei dem Rapid-Tormann Georg Koch durch einen Knallkörper verletzt wurde und seither immer noch nicht das Training aufnehmen konnte, beide Vereine zu hohen Geldstrafen verurteilt. Über den Gastverein Austria ist mit 10.000 Euro sogar die Höchststrafe verhängt worden. Rapid muss wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen 7.000 Euro bezahlen.

Nach genauer Analyse der Vorfälle ist der Senat 1 der Bundesliga zur Ansicht gelangt, dass gegenüber Austria Wien aufgrund der massiven Vorgänge im Zuschauersektor der Gäste - es wurde ja eine Vielzahl an Feuerwerkskörpern gezündet - die Höchststrafe verhängt werden muss. Es konnte "nicht unberücksichtigt bleiben", dass das Spiel dadurch am Rande des Abbruchs stand.

Koch weiter außer Gefecht
Der Gesundheitszustand von Koch, der weiterhin auf unbestimmte Zeit ausfallen wird, ist indes unverändert. Der 36-Jährige leidet nach wie vor an Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen. Der Tinnitus ist ebenfalls noch nicht geheilt. "Es geht ihm nicht schlechter, allerdings auch nicht besser. Man kann absolut nicht sagen, wann er wieder trainieren wird. Das ist das Dramatische an der Sache und das, was ihn psychisch am meisten belastet", erklärte Rapid-Pressesprecher Sharif Shoukry. Koch hat unmittelbar nach den Vorfällen auch das Ende seiner Karriere nicht ausgeschlossen.

Derby stand vor Abbruch
Das 286. Wiener Derby, das Rapid am 24. August durch Tore von Branko Boskovic (5., 57.) und Steffen Hofmann (81.) mit 3:0 gewann, wurde wegen der Böller-Attacke auf Koch fast abgebrochen. Ein Knallkörper, der aus dem Austria-Fansektor geworfen wurde, explodierte unmittelbar vor dem Rapid-Torhüter. Der Deutsche musste mit einem Gehörtrauma vom Spielfeld getragen werden. Die Partie war für sechs Minuten unterbrochen. Koch wurde durch Hedl ersetzt. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff wurde laut Rapid-Manager Werner Kuhn ein Tatverdächtiger festgenommen.

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