"Europhorie"

Hickersberger über hohen Sieg überrascht

Fußball
31.05.2008 12:55
Zumindest das Resultat hat gepasst: Das österreichische Fußball-Nationalteam wärmte sich am Freitag in Graz mit einem 5:1 gegen Malta für die EURO 2008 auf. Neun Tage vor dem ersten EM-Spiel gegen Kroatien wurde jener Kantersieg eingefahren, der die viel beschworene "Europhorie" im Land weiter anfachen soll, und nebenbei durfte sich Teamchef Josef Hickersberger im insgesamt 53. Länderspiel auf der ÖFB-Bank über seinen höchsten Sieg freuen.

"Vom Resultat her bin ich hochzufrieden. Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass wir Malta fünf Tore schießen könnten", meinte der Teamchef nach der Partie in der UPC-Arena, wo auch der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic und sein polnisches Pendant Leo Beenhakker zu Gast waren. "Erfreulich war der Beginn. Die Mannschaft hat sehr ehrgeizig begonnen und das gemacht, was wir uns vorgenommen haben, schnell in Führung zu gehen. Da war alles eitel Sonnenschein."

Doch schon nach rund 20 Minuten zogen nicht nur über dem Grazer Himmel dunkle Wolken auf. "Die Mannschaft hat dann aus unerfindlichen Gründen geglaubt, das Ergebnis verwalten und drei Gänge zurückschalten zu müssen. Und dann ist sie nicht mehr in die Gänge gekommen", analysierte Hickersberger, der seinem Unmut in der Kabine Luft machte. "Ich war in der Pause sehr enttäuscht und habe den einen oder anderen Spieler heftiger kritisiert als normal."

"Mühsame" zweite Hälfte
Auch die zweiten 45 Minuten seien "mühsam" gewesen, doch der 60-Jährige konnte der durchwachsenen Leistung auch positive Aspekte abgewinnen. "Es war eine wichtige Erfahrung für die Spieler. Wenn man 2:0 führt, kann man mit einem Gegentor, das man sich leichtfertig einfängt, noch in Bedrängnis kommen. Wenn das bei der EM passiert, beginnt das große Zittern", meinte Hickersberger.

Mit Fortdauer der zweiten Hälfte machten sich die Einwechslungen von Martin Harnik und Ivica Vastic bezahlt. Der Bremen-Legionär holte den Elfmeter zum 3:1 heraus und traf selbst zum 5:1, der Altstar erzielte das 4:1 und präsentierte sich auch sonst als Aktivposten. "In der zweiten Hälfte ist es mit der Einwechslung von Vastic besser geworden. Wir haben noch hoch gewonnen, was wichtig für die Stimmung vor der EM war", stellte Hickersberger fest.

Vastic gegen Kroatien wohl nicht von Beginn an
Der gelungene Auftritt des 38-jährigen Vastic dürfte aber nicht gleichbedeutend mit einem Platz in der ÖFB-Stammformation gegen Kroatien sein. "Die Überlegung, ihn in die Start-Elf zu stellen, habe ich bisher nicht gehabt, weil ich überzeugt bin, dass er, wenn er reinkommt, den Umschwung bringen kann. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht dreimal hintereinander 90 Minuten spielen kann."

Das Kroatien-Match ist laut Hickersberger für die ÖFB-Auswahl "wie ein Finale. Wenn es uns gelingt, in diesem Spiel zu punkten, traue ich der Mannschaft sehr viel zu", erklärte der Coach, der nach eigenen Angaben noch nicht weiß, wer gegen die Balkan-Truppe von Beginn an einlaufen wird. "Aber ich hatte schon vor den beiden Testspielen gewisse Vorstellungen."

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