Die weitgehend misslungene Umsetzung des 3-5-2-Systems in der ersten Hälfte, lag dem Niederösterreich hingegen etwas im Magen "Da haben wir sehr riskant gespielt, weil wir mit einer Dreierkette gegen drei Stürmer Mann gegen Mann gestanden sind. Es hat nicht gepasst, weil wir unsere numerische Überlegenheit im Mittelfeld nicht ausgespielt haben."
Mit der Umstellung auf eine Viererkette nach dem Seitenwechsel blieben zwar Torchancen Mangelware, dafür bekamen die ÖFB-Kicker aber auch die nigerianische Offensive besser in den Griff. "In der zweiten Hälfte hat sich die Mannschaft clever verhalten und wenig Chancen zugelassen", analysierte Hickersberger, der Emanuel Pogatetz durch die Umstellung auf die linke Außenverteidiger-Position zog. "Man hat gesehen, dass er das nicht gewohnt ist. Dennoch hat er Uche wenig Möglichkeiten gegeben."
Lob für Torschützen Roman Kienast
Sonderlob gab es vom Teamchef für den Torschützen Roman Kienast, der während der ersten Hälfte ein Ziehen im Oberschenkel verspürt hatte und deshalb zur Pause in der Kabine blieb. "Mit ihm bin ich sehr zufrieden. Er hat gezeigt, dass er gegen eine gute Mannschaft seine Stärken ausspielen kann", sagte Hickersberger über den ersten ÖFB-Treffer eines Stürmers seit Sanel Kuljic im vergangenen Oktober und hob noch einmal die Qualität der Nigerianer hervor. "Die Schweiz hat gegen die Nigerianer daheim 0:1 verloren, obwohl sie damals nicht so viele Stars dabei hatten wie heute."
Deswegen sei es auch nicht möglich gewesen, die Partie klar zu dominieren. "Es ist ja kein Geheimnis, dass wir nicht die Mannschaft haben, die einen Gegner wie Nigeria 90 Minuten lang in Grund und Boden spielt. Aber ich bin überzeugt, dass wir Fortschritte gemacht haben und machen." Eine Weiterentwicklung soll schon im letzten EM-Test am Freitag wieder in Graz gegen Malta sichtbar werden, wenn Hickersberger im Gegensatz zum Nigeria-Match voraussichtlich auf eine 4-4-2-Taktik setzt.
Vastic-Comeback "ist gelungen"
Mit dabei wird auch wieder Andreas Ivanschitz sein, auch wenn der Kapitän am Dienstag nicht an seine Leistungen gegen Deutschland und die Niederlande anschloss. "Er war nicht so dominierend wie in diesen beiden Spielen, hatte aber schon vorher im Training Probleme", erklärte Hickersberger, der Ivica Vastic nach fast drei Jahren ÖFB-Absenz in der 69. Minute zu seinem Team-Comeback verhalf - sehr zur Freude der Grazer Fans, die seine Einwechslung schon nach 35 Minuten forderten. "Sein Comeback ist gelungen. Ich habe gefunden, dass es an der Zeit war, ihn einzutauschen", meinte "Hicke" mit Blick auf die "Ivo"-Sprechchöre.
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