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09.12.2016 - 23:24

Pferde, Flamenco und Sherry: Die Asse Andalusiens

04.06.2011, 17:22
Wo der Wind die Kurve kratzt und zwei Meere einander zuwogen, wo Afrika in Spuckweite liegt – dort ist Andalusien, das Land der Pferde, des Flamencos, des Sherrys und der Tapas. Die weißen Dörfer – wie Vejer de la Fronteira – sind ebenso von berückender Schönheit wie eine Vorführung der königlich-spanischen Reitschule in Jerez. In Rota zeigen schon Schulkinder, was Flamenco wirklich ausmacht: Es ist der Stolz.

Lisple! Zische ein "S" mit Zungenschlag, dass es zu einem sanften "Z" wird. Lass ein stimmhaftes "R" rrrrrrrollen. Ersetze ein "J" durch ein schwyzerdütsches "cchhh". Denn dann fällt es dir viel leichter, den pittoresken Städten und Dörfern wie Jerez ("Cherrezzzz"), Cádiz ("Kadizzzz"), oder Vejer ("Vecherrr") den Klang zu geben, den sie auch verdienen!

Die spanische Provinz Andalusien ist der südlichste Zipfel Europas. Abseits der touristischen Hochburgen Sevilla, Malaga oder Granada lockt eine unzerstörte Landschaft. Die Pinienwälder ziehen sich bis an die weiten Strände hinab, dazwischen eingebettet finden sich allein in der Provinz Cádiz 21 Golfplätze.

Sherry, Flamenco und Pferde

Sherry, Flamenco und Pferde sind die drei Asse von Andalusien. Ich persönlich finde jedoch, dass Gazpacho, Tapas, Rebojito unbedingt in diese Liste aufgenommen gehören. Gazpacho, die kalte Köstlichkeit aus pürierten Paradeisern, Tapas – "Fastfood" auf Haubenniveau – und Rebojito, eine erfrischende Mischung aus Sprite und sehr trockenem Sherry, sind fast ebensolche Nationalheiligtümer wie die Burg Alcazar, die wirklich königlich- spanische Hofreitschule in Jerez, die weißen Häuser von Vejer oder die 120 Aussichtstürme in Cádiz.

Aber der Reihe nach: Beginnen wir mit der besonderen Traubensorte "Jerez", die die Phönizier vor rund 3000 Jahren in diese Ecke der Welt brachten. Den Engländern fiel es leichter, "Sherry" zu dem Wein zu sagen. Gekeltert wird er nicht in dunklen Kellern, sondern in ebenerdigen "Bodegas", exportiert vom Seppi- Onkel alias Tio Pepe in die ganze Welt.

Der allgegenwärtige Tanz

Pferde und Stiere gehen in Andalusien eine seltsame Symbiose ein. Beide werden hauptsächlich für den Stierkampf gezüchtet – bis auf die Verwandten der Lipizzaner, die in der Andalusischen Hofreitschule öffentliche Darbietungen geben. Der Flamenco ist allgegenwärtig, nicht nur in der versteckt liegenden Wiege dieses archaischen Tempobolzens, in der "Taberna Flamenca". Hier wird Flamenco in seiner ursprünglichen Form gezeigt, bei Frauen zählt Reife als Nonplusultra der Verführung.

Einen großartigen Blick über Jerez hat man just von einem kleinen Turmzimmer der Alcazar aus. Dort ist eine "camera obscura" beherbergt, Stufensteigen lohnt sich! Die Burg, eigentlich eine Stadt in der Stadt, stammt aus der Zeit der Phönizier, man sagt, dass Herkules hier einen Fußabdruck hinterlassen hat. Der andere sei im afrikanischen Marokko zu finden, das von Tarifa aus – dem Kitesurfer- Paradies schlechthin – lediglich 14 Kilometer entfernt ist!

Nationalgericht "Tapas": Lecker und funktional

So viel Wissen macht hungrig! Also wenden wir uns den "Tapas" zu. Bei denen Schinken und Käse als Reminiszenz nie fehlen darf. Denn damit wurden die Sherry- Gläser abgedeckt, sodass keine Fliegen zu ungebetenen Mittrinkern wurden. Mit dem nächsten Schluck wurde das Blatt Schinken, die Scheibe Käse weggeknabbert – die kleine Zwischenmahlzeit, die längst zum opulenten Mahl aus Muscheln, Fisch, Erdäpfelpuffern und mehr geworden ist, war geboren.

Weiter geht es auf der "Route der weißen Dörfer" nach Vejer de la Fronteira. Vergiss deine Sonnenbrille nicht! 300 Sonnentage in Verbindung mit strahlend weißen Häusern machen sie unverzichtbar! Abnehmen sollte man sie, wenn man in Cádiz in eine "Heilige Höhle" geht. Die Mini- Kapelle "Santa Cueba" in der verwinkelten Altstadt lockt nicht nur mit einer wunderbaren Akustik, sondern vor allem mit drei Goyas. Was man in keiner Stadt, in keinem Dorf versäumen sollte, ist, einen Kaffee in einer kleinen Bar zu trinken. Da vergisst man George und Italien!

04.06.2011, 17:22
Gabriela Gödel, Kronen Zeitung
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