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28.05.2017 - 19:38
So oder ähnlich lauteten viele Postings auf der Facebook-Seite der BAWAG.
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER, facebook.com/BAWAG PSK

Islamic Banking: Wütender Protest gegen die BAWAG

14.01.2016, 21:00

Das Pilotprojekt Islamic Banking bei der BAWAG P.S.K., das - wie berichtet - im Februar gestartet werden soll, sorgt derzeit für Wirbel in den sozialen Netzwerken. Der Shitstorm gegen die Bank wurde im Laufe des Donnerstags so heftig, dass man sich dort zu einer klärenden Stellungnahme auf Facebook gezwungen sah: Weder würden Inhaber von Scharia- konformen Konten bevorteilt, noch würden die neuen Modelle durch "herkömmliche Kontomodelle querfinanziert". In Postings war u.a. die Frage gestellt worden, wer die nicht vorhandenen Überziehungszinsen tragen werde.

Islamic Banking ist eine boomende Finanz- und Anlageform, die sich nach der Scharia, dem religiösen Gesetz des Islam, richtet.  Zinsen sind ebenso verboten wie Kredite. Ein Hauskauf auf Pump ist dennoch möglich: Die Bank erwirbt das Haus und verkauft es dem Kunden weiter. Dieser zahlt dann der Bank den höheren Preis in Raten zurück. Nicht erlaubt sind Investitionen in Glücksspiel, Waffen und Pornografie. Die Regeln werden von einem Korangelehrten überwacht.

Kunden drohen mit Kontoauflösungen

Dieses Modell existiert seit Jahren in anderen Ländern, seit dem Vorjahr auch in Deutschland. Nun wird es in Österreich eingeführt. Vielen Menschen behagt das ganz und gar nicht. So fragte sich ein User auf der Facebook- Seite der BAWAG: "Ist das bereits ein vorausschauender Schritt auf die anstehende Islamisierung von Europa?" Viele drohen bereits mit der Auflösung aller Konten bei der BAWAG und vergleichen den Imageschaden mit jenem nach den skandalösen "Karibik- Geschäften" der Bank, die zu Rücktritten an der Gewerkschaftsspitze und der BAWAG selbst führten und ein jahrelanges juristisches Nachspiel hatten. Für viele markierte der Donnerstag, an dem die BAWAG ihre Pläne bekannt gab, "wohl einen der traurigsten Tage in der Geschichte der Banken".

Die ins Schussfeld geratene Bank versuchte, den Kritikern mit nüchternen Argumenten entgegenzutreten. So beantwortete die BAWAG die häufigsten Fragen auf Facebook:

  • Die geplanten Konten sind nicht kostenfrei, sondern werden je nach Variante mit € 4,90, € 11,90 und € 34,90 pro Monat bepreist. Der wesentliche Unterschied in der Ausgestaltung des Produkts gegenüber anderen Girokonten liegt darin, dass keine Zinsbestandteile enthalten sind. Anstelle von Zinsen werden fixe Kontoführungsentgelte verrechnet. Die Gesamtkosten für den Kunden sind vergleichbar mit jenen herkömmlicher Kontomodelle.
  • Die Scharia- konformen Konten werden nicht durch herkömmliche Kontomodelle querfinanziert.
  • Die sogenannten AMANA- Konten (Amana heißt auf Arabisch Vertrauen) können von jedem Interessenten abgeschlossen werden.

BAWAG: Islam zweitgrößte Religionsgemeinschaft

Außerdem begründete die Bank die Einführung des Islamic Banking damit, dass man die Glaubensüberzeugungen aller Religionsgemeinschaften in Österreich respektiere - und der Islam sei die zweitgrößte anerkannte Religionsgemeinschaft im Land. Es sei auch wichtig, "auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Teilen der Gesellschaft zu reagieren (z.B. Senioren, Behinderte, Glaubensgruppen)", so die Bank.

Video: Erste islamische Bank in Deutschland eröffnet

Video: KT Bank AG

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14.01.2016, 21:00
aga, krone.at
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