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11.12.2016 - 01:20
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, thinkstockphotos.de, bing.com / Video: krone.tv

35- jährige Mutter richtet ihre gesamte Familie hin

01.12.2016, 20:54

Unfassbare Entdeckung Donnerstagmittag in einem Haus in der niederösterreichischen Gemeinde Böheimkirchen: Einsatzkräfte fanden in einem ehemaligen Wirtshaus sechs Tote - drei Erwachsene und drei Kinder. Laut ersten Ermittlungen dürfte eine dreifache Mutter ihre siebenjährige Tochter, die beiden Söhne (neun und zehn Jahre alt), die eigene Mutter (59) und den 41- jährigen Bruder mit einer Pistole regelrecht hingerichtet haben. Auch der Hund musste sterben. Nach der Wahnsinnstat erschoss sich die 35- jährige Amokläuferin, die sich von den Nachbarn völlig abgeschottet hatte, selbst.

Was in der 170- Seelen- Gemeinde Schildberg, einem Vorort von Böheimkirchen nur wenige Kilometer von der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten entfernt, passiert ist, sorgt selbst bei hartgesottenen Ermittlern für Gänsehaut und macht sprachlos. Im ehemaligen Wirtshaus H. im sonst so beschaulichen Mostviertel finden Einsatzkräfte sechs Leichen. Eine ganze Familie einfach ausgelöscht! Aber was verbirgt sich hinter dem schrecklichen Drama? Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Mordgruppe des Landeskriminalamtes handelt es sich um eine der aufsehenerregendsten Gewalttaten in der österreichischen Kriminalgeschichte. Und die Killerin ist eine dreifache Mutter.

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, thinkstockphotos.de, bing.com
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Familie lebte völlig zurückgezogen

Die Niederösterreicherin Martina R. dürfte ihre Tochter Michelle, die beiden Söhne Sebastian und Fabian, die eigene Mutter Mathilde und Bruder Peter - die drei Generationen lebten unter einem Dach - mit einer Pistole erschossen haben. Auch den Hund, eine Dogge, erschoss die Frau. Unzählige Patronenhülsen am Tatort sind Zeugnis des schrecklichen Verbrechens. Nach der Wahnsinnstat richtete die 35- Jährige die Waffe gegen sich selbst.

Der 40-jährige Peter wurde von seiner eigenen Schwester getötet.
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, facebook.com

Nachbarn der Familie stehen unter Schock. Lesen Sie hier erste Reaktionen. 

Foto: Andi Schiel
Die Spurensicherung am Tatort
Foto: Andi Schiel
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Was die Täterin zu der Wahnsinnstat trieb, ist völlig unklar. Die zuständige Staatsanwältin Michaela Schnell: "Die Ermittlungen im Umfeld laufen auf Hochdruck. Abschiedsbrief wurde bis jetzt keiner gefunden, eine Obduktion ist angeordnet."

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER
Foto: Andi Schiel

Nachbarn beschreiben Frau als Eigenbrötlerin

Beim "Krone"- Lokalaugenschein zeigt sich der von internationalen Medien bestürmte Ort im Ausnahmezustand. Nachbarn beschreiben die Frau als Eigenbrötlerin, niemand hatte engeren Kontakt zu ihr gehabt. Die Familie war erst vor zwei Jahren zugezogen, besonders Martina R. schottete sich von den Anrainern völlig ab. Die dreifache Mutter holte ihre Tochter und die Buben immer gleich direkt vom Schulbus ab, verbot selbst den Mädchen und Buben aus der Nachbarschaft das Spielen mit ihren Kindern.

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Hinter der brüchigen Fassade der Außenseiter- Familie dürfte sich das Drama langsam angekündigt haben. Eine Drogenvorgeschichte der getrennt vom Familienvater lebenden 35- Jährigen wird erzählt, das Geld sei immer knapp gewesen. Zudem hätten die Kinder psychische und schulische Probleme gehabt. Die Geschwister wären im Ambulatorium Sonnenschein, einem Sozialpädiatrischen Zentrum in St. Pölten, angemeldet gewesen - hatten die Therapie aber nie besucht.

Die Tragödie ereignete sich in der Ortschaft Schildberg nahe Böheimkirchen in Niederösterreich.
Foto: Screenshot/GoogleMaps
Sechs Tote wurden in dem von der Familie bewohnten ehemaligen Gasthof gefunden.
Foto: Einsatzdoku.at

01.12.2016, 20:54
Kronen Zeitung/red
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