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18.08.2017 - 17:08
Foto: APA/HARALD SCHNEIDER

Vergewaltiger trotz langem Verfahren nicht abzuschieben

18.03.2010, 10:33
Der verurteilte Vergewaltiger Francis F. kann noch immer nicht von Linz nach Kamerun abgeschoben werden - obwohl sein Asylverfahren schon sechs Jahre dauert. Die Asylrichter ermitteln nämlich nicht in Afrika, ob der Flüchtling dort politisch verfolgt wurde, sonst passiert genau das womöglich wirklich.

Asylverfahren müssen beschleunigt, Straftäter abgeschoben werden, versprechen Politiker, doch die Wahrheit schaut anders aus. Bis heute weiß niemand, wie der Schwarzafrikaner wirklich heißt, der im April 2004 ohne Papiere illegal nach Oberösterreich geschmuggelt worden war. Der 34- Jährige nannte sich genauso wie sein Freund und wie auffällig viele seiner Landsleute heißen. Auch die Asylanträge gleichen einander oft - sie seien in Kamerun gefangen und gefoltert sowie mit einer Todesspritze bedroht worden.

Sein Asylverfahren wurde bereits gesetzlich "beschleunigt", nachdem der Schwarzafrikaner im Oktober 2006 in Marchtrenk eine 48- jährige Frau überfallen, vergewaltigt und ausgeraubt hatte. Der Sextäter blieb bis zu seinem Prozess auf freiem Fuß, dann verbüßte er nur vier Monate Haft, ehe er wieder in die staatliche Grundversorgung entlassen wurde. Trotz freier Kost und Logis, Versicherung plus Taschengeld dürfte er sich als Haschischdealer etwas dazuverdient haben, bis er sich dabei verletzte, vermutet die Polizei.

"Heimkehr könnte gefährlich werden"

Die Polizei glaubt, dass er sich selbst zwei Stichwunden zugefügt, einen Raubüberfall nur vorgetäuscht hat, um als Opfer statt Täter die Behörden gnädig zu stimmen. Die Asylrichter tun sich schwer, seine Angaben zu überprüfen und seine Anträge zu beurteilen.

Man sei auf diplomatische Sachverständige und freie Beweiswürdigung angewiesen, weil jede Anfrage und Rechtshilfe in Kamerun für jeden Heimkehrer gefährlich werden könnte, der das dortige Regime in Misskredit gebracht, der Willkür und Gewalt bezichtigt hatte.

von Richard Schmitt (OÖ- Krone) und ooe.krone.at

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