Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.09.2017 - 18:13
Foto: Chris Koller

Proteste aus OÖ gegen Temelin- Ausbaupläne

04.08.2009, 14:42
Die Eröffnung des Auswahlverfahrens für den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelin hat in Oberösterreich Proteste ausgelöst. Umweltlandesrat Rudi Anschober von den Grünen glaubt, dass es noch "Trümpfe" gegen den Ausbau gebe.

Der zu 70 Prozent dem Staat gehörende tschechische Energiekonzern CEZ will in Temelin zwei zusätzliche Reaktoren bauen, die neben den bestehenden zwei 1.000- Megawatt- Blöcken errichtet werden sollen. Nach dem Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung rechnet der Konzern mit dem Beginn der Bauarbeiten etwa im Jahr 2013. Auf Regierungsebene wurde offiziell noch kein Beschluss über den Ausbau Temelins gefällt. Der Beschluss wird von dem künftigen Prager Kabinett erwartet, das aus den vorgezogenen Parlamentswahlen am 9. und 10. November hervorgeht.

Fast alle tschechischen Parteien für Ausbau

Praktisch alle tschechischen Parteien unterstützen den Ausbau der Atomindustrie. Die einzige Ausnahme sind die Grünen, denen jedoch wenig Chancen für den erneuten Einzug in das Abgeordnetenhaus gegeben werden.

„UVP auf Basis falscher Rechtsgrundlagen“

Rudi Anschober argumentiert, das derzeit laufende UVP- Verfahren laufe nach EU- Erkenntnis auf Basis falscher Rechtsgrundlagen. Zudem sei die Entsorgung des Atommülls Genehmigungsvoraussetzung für den Betrieb eines Atomkraftwerkes. Es gebe aber vorerst kein Endlager. Außerdem sei noch eine Unterlassungsklage gegen den Betrieb von Temelin vor dem Landesgericht Linz anhängig. Eine Chance seien auch die Wahlen in Tschechien, falls den Grünen ein Überraschungserfolg mit Regierungsbeteiligung und Veto- Formulierung im Regierungsübereinkommen gelinge.

Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Werner Neubauer von der FPÖ bezeichnete Anschobers Protest gegen Temelin als "erbärmlich". Was der Bundesregierung beziehungsweise Anschober offenbar nicht möglich sei, sei dem einfachen Staatsbürger Neubauer möglich: Er habe in der Causa 2008 eine Klage gegen Tschechien beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht und vor zwei Wochen eine weitere gegen Tschechien und die Slowakei.

Keine Unabhängigkeit von Energieimporten

Ursula Haubner vom BZÖ forderte einen sofortigen Ausbaustopp in Temelin und die Schließung der bisherigen "Pannenreaktoren". Wenn Bundeskanzler Werner Faymann und Landeshauptmann Josef Pühringer weiterhin auf Tauchstation gingen, werde das BZÖ alle Möglichkeiten des zivilen Widerstandes bis hin zu Grenzblockaden ausschöpfen. "atomstopp_oberoesterreich" bezeichnete das Argument Tschechiens, mit dem Ausbau von Temelin könne man der Abhängigkeit von Energieimporten entgehen, als "absurd". Dukovany und Temelin würden künftig mit Uran aus Russland betrieben und davon abhängig. Überhaupt stamme das Uran für die Atomkraftwerke in der EU nur zu drei Prozent aus den Ländern der EU.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum