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17.08.2017 - 08:21
Foto: Markus Wenzel

Marvin R. beichtet Entführung in Brief an die "Krone"

22.05.2011, 11:27
Manchmal kommen die Knüller sogar per Post: Der 55-jährige Marvin R. hatte - wie berichtet - als "Bandido" mit der versuchten Entführung einer 61-jährigen Bankiersgattinin in Puchenau bei Linz für Schlagzeilen gesorgt. Nun schrieb er der "Krone" aus der Justizanstalt Linz einen Brief: In diesem gesteht er das versuchte Kidnapping, leugnet aber, ein Bandenboss zu sein.

Angriff ist die beste Verteidigung - wahrscheinlich wandte sich Marvin R. deshalb an die "Krone". In dem auf Englisch verfassten, dreiseitig mit blauem Kugelschreiber in Druckbuchstaben verfertigten Schreiben beteuert er, kein international gesuchter Boss der Motorradbande "Bandidos" zu sein. Das sei eine Intrige der Konkurrenzorganisation "Hells Angels" und der tschechischen Polizei gewesen. Zudem er sei niemals in die Entführung und den Mord an einer deutschen Bankiersgattin verwickelt gewesen.

"Bei allen, die mich lieb haben"
Deutsche Ermittler sehen das freilich anders: Die Kriminalisten wollen das verdächtige "Unschuldslamm" dazu in Linz befragen (siehe auch Story in der Infobox). Gleichzeitig gesteht Marvin R. in seinem Brief die versuchte Entführung einer Puchenauer Bankiersgattin und meint reuig: "Ich entschuldige mich nicht nur bei der Dame, sondern auch bei meiner Familie und allen, die mich lieb haben. Ich wollte die Tat nie ausführen, habe von selbst aufgegeben und habe dadurch meine Familie und mich in Gefahr gebracht, weil sich andere Verbrecher deswegen an uns rächen könnten."

"Vor 20 Jahren Vergewaltiger erschossen"
Zuletzt gibt Marvin R. noch an, vor 20 Jahren einen Mann erschossen zu haben, der zuvor seine 13- jährige Tochter vergewaltigt hatte. Das Mädchen beging später Selbstmord. Er habe dafür gebüßt und müsse diese Schuld nun schon seit zwanzig Jahren ertragen.

Was ist wahr und was ist nur Verteidigungsstrategie? Die Linzer Justiz wird entscheiden, ob Marvin R. ein kapitaler Fang oder doch nur ein kleiner Fisch ist.

22.05.2011, 11:27
Christoph Gantner, Kronen Zeitung/red
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