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23.08.2017 - 23:32
Die Täter gingen brutal vor: Sie bedrohten ihr Opfer mit einer Pistole und einem Elektroschocker.
Foto: Polizei

Linzer Juwelenräuber noch immer auf der Flucht

"Es gibt noch keine heiße Spur", fahndet die Polizei nach wie vor nach jenem Räuber- Duo, das dem Linzer Nobeljuwelier Helmut Schweiger am Faschingdienstag mitten in Linz Todesangst eingejagt hatte. Wie berichtet, wurde er von zwei elegant gekleideten und mit Pistole und Elektroschocker bewaffneten Russen überfallen. Das Duo fesselte den 68- Jährigen mit Handschellen an ein Stiegengeländer, räumte den Schmuck aus dem Tresor und flüchtete.

In den vergangenen Jahren haben Kriminelle immer wieder das Geschäft von Helmut Schweiger an der Promenade heimgesucht und mit Hämmern die Auslagenscheiben zertrümmert. Doch sie scheiterten am bestens gesicherten Panzerglas. Und erst beim letzten Coup am 11. Februar 2013 meinte Schweiger: "Hoffentlich werde ich nicht überfallen."

Doch gestern passierte es, wurde der Albtraum für den Goldschmied wahr: Gegen 11 Uhr betraten zwei große, sehr elegant gekleidete Russen als Kunden das Geschäft in der Innenstadt. Das Duo ließ sich Verlobungsringe zeigen, als einer von ihnen eine Glock herauszog, sein Komplize dem Opfer einen Elektroschocker vors Gesicht hielt. "Ich dachte nur, ich muss tun, was die sagen, sonst werden sie mich erschieße", schildert Helmut Schweiger die dramatischen Augenblicke des Überfalles – siehe auch Interview weiter unten.

Revolver mit 100 Schuss Munition mitgenommen

Die Räuber stahlen dem Goldschmied neben der Beute aus dem Tresor noch dessen Waffe, eine Smith & Wesson samt 100 Schuss Munition, einen Aktenkoffer mit Schmuck sowie dessen Armbanduhr. Dann verließen sie das Geschäft. "Die beiden Männer waren sehr gut gekleidet und gingen über einen Durchgang zum Hauptplatz", berichtet Augenzeugin Ilse E. Eine Großfahndung nach den Räubern in einem dunkelgrauen Pkw mit deutschen Kennzeichen blieb erfolglos.

Das Raubopfer im "Krone"- Interview:
"Sie haben mich mit Handschellen gefesselt"

"Krone": Die Räuber haben Sie mit Handschellen an einem Geländer angekettet.
Raubopfer Helmut Schweiger: Ja, sie bedrohten mich zuerst mit ihren Waffen, ich hatte Angst, dass sie mich erschießen. Danach haben sie mich am Geländer zum Keller hinunter angekettet und sich selbst aus dem Tresor bedient. Von da weg weiß ich nichts mehr. Die Handschellen waren aber nicht sehr stabil, sodass ich mich etwa eine Viertelstunde, nachdem die Räuber weg waren, befreien konnte. Ich war ja ganz allein im Geschäft, keiner hatte den Überfall bemerkt.

"Krone": Sind Sie verletzt?
Schweiger: Abgesehen von den Abschürfungen durch die Handschellen nicht, nein. Einer der Täter hat mich einmal am Arm nach hinten gerissen. Aber der Schock kam nachher und wurde immer schlimmer.

"Krone": Es war Ihr erster Überfall, den sie gegenüber der „Krone“ bereits befürchtet haben.
Schweiger: In den 40 Jahren, seit ich das Geschäft habe, ist mir das noch nie passiert. Ein Mal reicht auch.

"Krone": Was wurde gestohlen?
Schweiger: Genau kann ich das noch nicht sagen, denn die Räume sind ein richtiger Saustall. Im Tresor waren jedenfalls die wertvollsten Sachen, auch unverarbeitete Edelsteine. Die Vitrinen waren zu dem Zeitpunkt leer, weil wir eine Auslage fürs Wochenende vorbereiten.

"Krone": Werden Sie Ihr Geschäft weiterführen?
Schweiger: Für eine solche Entscheidung ist es noch sehr früh, aber ich denke ja. Ich weigere mich, mich von solchen Leuten einschüchtern zu lassen.

Johannes Nöbauer und Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung
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