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18.08.2017 - 00:28
Foto: APA/RUBRA

Amnestie zu Weihnachten verkündet

24.12.2009, 01:00
"Weihnachten dahoam", haben die Seer bei ihrem Hit gesungen – und trällert wohl auch ein Häftling, der nur wenige Tage vor seiner Entlassung jetzt zum Christfest aus der Justizanstalt Suben verschwand. Bei den regulären Begnadigungen war unser Bundespräsident zurückhaltend. Er schenkte nur elf Häftlingen in Oberösterreich die Freiheit.

Weniger als 18 Monate Rest- Haft, wenige Vorstrafen, keine uneinbringbaren Verwaltungsstrafen, ein geregeltes Leben in Freiheit und keine Sexual- oder schwerer Suchtgiftdelikte. Das sind die Grundkriterien, nach denen Häftlinge nach mindestens einem Drittel ihrer Strafzeit um Gnade ansuchen können.

33 Gesuche gingen von den sechs Haftanstalten im Land ob der Enns zu Bundespräsident Fischer. Jedes dritte wurde bewilligt.

Kein Pardon für Schwerverbrecher

Die "schweren Jungs", die in Garsten und Suben einsitzen, feiern hingegen mit nur einer Ausnahme hinter Gittern. Und dieser eine hatte sich am 22. Dezember sozusagen selbst begnadigt.

Er war von einem Freigang nicht mehr in seine Zelle zurückgekehrt. Und das, obwohl er am 6. Jänner entlassen worden wäre.

Wenn er erwischt wird, muss er die "verlorenen Tage" nachsitzen, eine Zusatzstrafe gibt es nicht.

Aber nicht alle Gefangenen müssen Weihnachten hinter Gittern verbringen. Bei guter Führung sind die Anstaltsleiter meist mit Ausgängen nicht knausrig, damit der Anschluss an die Familien aufrecht bleibt.

2.250 Kranke feiern im Spital

Unfreiwillig verbringen auch Tausende unbescholtene Landsleute Weihnachten nicht daheim bei ihren Familien. Im Linzer AKH sind alle 46 Intensiv- Plätze  und 750 der 1000 Betten belegt.

In den zehn gespag- Spitälern sind 1500 der 4000 Betten belegt. Vor den Feiertagen fuhren die Rettungswagen im Dauerdienst, um alle Patienten nach Hause zu bringen, die in der Lage sind, Weihnachten daheim zu feiern.

von Markus Schütz und Christoph Gantner, "OÖ- Krone"

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