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So leiden Hühner auch in der EU in Mastanstalten

30.01.2012, 14:22
So leiden Hühner auch in der EU in Mastanstalten (Bild: Kronen Zeitung)
Foto: Kronen Zeitung
Sie vegetieren zu Millionen dahin – ohne Licht, ohne Wiesengrün und ohne Körndln. Ihr Leben ist so qualvoll wie ihr Tod. Denn die Hühner in den Mega- Mastanstalten dieser Welt werden maschinell bei lebendigem Leib gerupft und kommen dann ohne Betäubung unter die oft schon stumpfen Klingen der Tötungsmaschinerie.

"Viele bekommen bis zur letzten Sekunde mit, dass sie ihr Leben verlieren werden", schildert der Biobauer Gerhard Zoubek. Sein Anwesen im kleinen Glinzendorf, einem unscheinbaren Ort in den Weiten des Weinviertels – Tieridylle und Bioparadies in einem. Doch anderswo: Qual, Qual, Qual! Die Wurzel des Übels – sie liegt in Brüssel! Denn Brüssel hat es sich mit den Mega- Agrarfabriken dieser Welt gerichtet. Und den Importmarkt für die brasilianische Massenproduktion von Hühnerfleisch geöffnet.

"Genießbares Fleisch sind diese schimmlig- rosa Klumpen aus Südamerika nicht. Denn hier werden nicht einmal die minimalsten Tierhaltungsstandards eingehalten", warnt Österreichs Öko- Agrarexperte Wilfried Oschischnig. Seine Hauptsorge für heimische Konsumenten (das minderwertige Produkt durchdringt zunehmend auch den heimischen Markt): In der Produktion werden massenweise grauenvoll wirkende Medikamente eingesetzt. Sie sollen verhindern, dass das gequälte Geflügel an seinem eigenen Kot erstickt. Die Hühner hätten nämlich bei diesen Haltungsformen pausenlos Durchfall. Lebenszeit der armen Tiere bis zur Schlachtung: 28 bis höchstens 35 Tage.

Alles also noch viel schrecklicher als in der EU! Dabei sorgt schon die Brüssler Gesetzgebung für Qualen ohne Ende: Masthühner dürfen bis zu 16 Stunden täglich unter Neonlicht gehalten werden. Und es kommt noch schlimmer. Wie "Vier Pfoten"- Chef Dungler – er kämpft Seite an Seite mit "Krone"- Tierschutzlady Maggie Entenfellner – jetzt schonungslos aufdeckt, plant Brüssel im Rahmen seiner neuen Strategie einen Komplett- Rückzug aus dem Tierschutz. Dungler: "Außerdem werden die Förderungen für artgemäße Haltung – Bio und Freiland – im Rahmen des künftigen Agrarbudgets empfindlich gekürzt. Für die EU spielt das Wohlergehen der Mitgeschöpfe in der Landwirtschaft offenbar überhaupt keine Rolle mehr."

Was für heimische Konsumenten noch schwerer wiegt: In vielen Produkten der Gastronomie, aber auch in Teigwaren kommen Eier von Hühnern aus Käfighaltung vor. Oschischnig: "Das tierische Massenleid überschwemmt Österreich. Wir brauchen einen Importstopp und Kennzeichnung für Auslandsprodukte."

Mark Perry, Kronen Zeitung/red
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