So, 19. November 2017

Am Harter Plateau

29.02.2008 19:50

Das Ende der Giganten!

Vor fünf Jahren wurde dem Schrecken des „Feuer-Phantoms“ in Leonding ein Ende gesetzt: begraben im Schutt grauer Kolosse auf dem Harter Plateau.

Mehr als 30 Jahre ragten zwei graue, triste 58,5 Meter hohe Wohnbauten in den Leondinger Himmel - in nicht einmal 20 Sekunden wurden sie mit 450 Kilogramm Sprengstoff weggeblasen. Die Wohnblocks vom Harter Plateau fielen mit einem „Glück auf, gut Schuss!“ am 13. April 2003 um 14.43 Uhr in sich zusammen. Das Ende der Giganten - ein Spektakel, das 50.000 Schaulustige bestaunten und sogar im Fernsehen übertragen wurde.

„Die Sprengung war dringend nötig“, erinnert sich Georg Pilarz, Vorstandsvorsitzender der Giwog, zurück. „Die beiden Bauten waren eine soziale Zeitbombe. Das haben uns sogar soziologische Studien gezeigt. Dazu kamen die fehlenden Grünflächen und mehrere Probleme in der Architektur.“  Weshalb man sich in Absprache mit dem damaligen Wohnbaureferenten Erich Haider und Leondings Bürgermeister Herbert Sperl für eine Sprengung entschied. „Ich war selbst vor Ort“, so Pilarz. „Eine tolle Geschichte! Damals das höchste Haus, das in Europa je gesprengt wurde ! Gekostet hat das Spektakel 3,6 Millionen Euro.“ Beschlossen wurde der Abriss bereits im November 1999 - und das sehr eindeutig: 92,5 Prozent der Mieter stimmten dafür.

Die rund 1500 Bewohner mussten umgesiedelt werden, 322 Wohneinheiten davon in die bunte „Papageiensiedlung“ (siehe auch Link in der Infobox). Vergessen war nun auch die Angst vor dem „Feuer-Phantom“, das in den Jahren 1992 und 1993 14-mal in den Kellern der „Wohnsilos“ am Harter Plateau gezündelt - und die Parteien so in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Dem „Ground Zero“ von Leonding soll mit neuen Wohnblöcken wieder Leben eingehaucht werden: „Auf einem Teil des Plateaus steht bereits ein Rohbau, der noch in diesem Jahr fertig gestellt werden soll“, weiß Rafaela Forster von der Bauabteilung der Stadtgemeinde Leonding. „Auf der gegenüberliegenden Seite entstehen bis 2009 Wohnungen für 209 Parteien“, ergänzt Georg Pilarz. Während man in Linz um die Wette in Höhe baut, weint man in Leonding den Giganten (fast) keine Träne nach. „Die neuen Bauten werden nun unter anderen Gesichtspunkten errichtet“, so der Giwog-Boss. „Es kommt nicht immer nur auf die Größe an…“

Foto: Chris Koller

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