Mi, 22. November 2017

Falls er gefasst wird

23.01.2008 20:39

Glücksspiel vor Gericht für verspäteten Räuber

Wegen „versuchten Raubüberfalls“ fahndet die Polizei nach jenem etwa 25-jährigen Maskenmann, der die Sparkasse in Wartberg/Aist überfallen wollte, aber vor verschlossener Tür stand. Sollte er gefasst werden und vor Gericht kommen, wird der Prozess zum Glücksspiel! Denn wertet der Richter den Fall als „Rücktritt vom Versuch“, geht der verhinderte Räuber frei, sonst drohen ihm theoretisch 15 Jahre Haft.

Rein rechtlich kann der Versuch wie ein vollendeter Überfall bewertet werden - ist eine Waffe im Spiel, drohen bis zu 15 Jahre, ohne Waffe bis zu 10 Jahre Haft.

Dass Angeklagte vor Gericht nur beten können, belegen im Vorjahr einige Urteile. So wurde ein 21-Jähriger freigesprochen, der in Freinberg bei Schärding mit dem Finger eine Pistole nachgemacht hatte, um eine Tankstelle zu überfallen. Weil ihn der Tankwart zur Aufgabe überredet hatte, galt es als „Rücktritt vom Versuch“. Auch ein Linzer (41), der auf seine Freundin eingestochen hatte, wurde vom Vorwurf des Mordversuchs freigesprochen, weil er nach sechs Stichen aufgehört hatte: nur absichtliche schwere Körperverletzung.

Dafür wurden zwei unpünktliche Berufsganoven im Vorjahr wegen versuchten Bankraubs zu zehn und acht Jahren Haft verurteilt, nachdem auch sie in Steyr vor der bereits verschlossenen Tür gestanden waren.

Aber ehe der verspätete Räuber von Wartberg vor Gericht kommt, muss er erst gefangen werden. Die Polizei bittet um Hinweise.

Foto: SiD f. OÖ

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