Mi, 23. Mai 2018

Drastischer Rückgang

21.11.2017 08:27

83% weniger Grasfrösche im Bundesland Salzburg

Der Bestand des Grasfrosches ist im Bundesland Salzburg innerhalb von nur zwei Jahrzehnten um 83 Prozent zurückgegangen, im Bereich der Kalkalpen sogar um 95 Prozent. Das ergab eine Langzeitstudie von drei Forschern vom Salzburger Haus der Natur. Bei der Erdkröte gab es regional zwar auch große Veränderungen, landesweit blieb der Bestand aber nahezu unverändert.

Verglichen wurde der Bestand über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren an 37 verschiedenen Amphibienschutz-Zäunen im Bundesland. Dabei zeigte sich, dass die Zahl der Grasfrösche inneralpin um über 90 Prozent zurückgegangen ist. Im Alpenvorland fiel dieser Rückgang mit gut 40 Prozent deutlich geringer aus.

Stärkere Landnutzung schuld am Schwund
Grund für den massiven Schwund in den alpinen Tallagen dürfte eine Intensivierung der Landnutzung sein, die derzeit stattfindet, während dies im Flachland bereits in der Nachkriegszeit der Fall war. Andere Arten, wie etwa der Laubfrosch, seien bereits großflächig zu Raritäten verkommen, so das Haus der Natur. Da es sich beim Grasfrosch um die am weitesten verbreitete Amphibienart Österreichs handelt, bedeute dieser Rückgang einen massiven Verlust an Biomasse für die heimischen Ökosysteme.

Lebensraum der Tier verändert sich massiv
Einer der Gründe für den Rückgang dürfte der ansteigende Nutzungsdruck auf die Landschaft sein. Bodenversiegelung, Drainagierung, industrielle Landwirtschaft und Fischbesatz in Gewässern würden die Lebensräume der Amphibien nachhaltig verändern. "Wenn wir nicht gezielt gegensteuern und anfangen, den Fröschen ihre Feuchtlebensräume zurückzugeben, ist die biologische Vielfalt und damit unsere eigene Lebensqualität in Gefahr", so Martin Kyek, einer der drei Autoren. 

Für Mitverfasser Robert Lindner sind die Ergebnisse der Studie Beleg dafür, dass die kürzlich von zahlreichen Wissenschaftern unterzeichnete "Warnung an die Menschheit" auch in Österreichs Aktualität hat: "Österreich begreift sich immer noch als eine 'Insel der Seligen', in der von Politikern sogar die Verringerung europäischer Naturschutzstandards gefordert wird. Die Wahrheit ist, dass wir uns auch hierzulande mehr anstrengen müssen, um nachfolgenden Generationen eine artenreiche, funktionierende und damit lebenswerte Umwelt zu hinterlassen."

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