Mi, 23. Mai 2018

Haushalte lahmgelegt

21.08.2017 06:00

Land braucht die umstrittene Leitung

150.000 Haushalte waren in der Nacht zum Samstag ohne Strom, jetzt spüren noch einige Landsleute in entlegenen Gebieten die Folgen des Sturms und müssen die Zeit ohne elektrische Energie mit Batterien und Kerzen überbrücken. Energie-AG-Chef Werner Steinecker sagt, dass Strom als Selbstverständlichkeit gesehen wird: "Wir brauchen die umstrittene 110-kV-Leitung."

"Krone": Jetzt der Sturm, der 150.000 Haushalte lahmlegte, vor kurzem Blackouts in Freistadt und Wels - wie sicher ist die Stromversorgung?
Werner Steinecker: In unserer modernen Gesellschaft empört man sich schnell, wenn etwas, das als 100 Prozent sicher gilt, nicht funktioniert. Und dazu gehört die Stromversorgung. Übers Jahr haben wir etwa 38 Stunden mit ungeplanten Ausfällen. In Oberösterreich etwas mehr als in anderen Bundesländern, das liegt an der extremen Zersiedelung. Wir haben in unserem Netz rund 30.000 Kilometer Leitungen und 8000 Trafo-Stationen.

"Krone": Wie ist die Versorgung vor Großausfällen gesichert?
Steinecker: Es gibt bei den großen Spannungen, also bei unseren 110-kV-Leitungen, meist ein Ringsystem. Das heißt, wenn von der einen Seite eine Unterbrechung eintritt, kommt von der anderen Seite Strom. Derzeit arbeiten wir am Ringschluss im Mühlviertel mit dem Netz der Linz AG. Im Niedrigspannungsnetz, das sind die Masten, wo drei Kabel montiert sind, geht es nur in eine Richtung. Und selbst beim 110-kV-Netz haben wir solche Abschnitte, da waren beim Sturm drei betroffen - wenn da ein Baum reinfällt, sind gleich Tausende Kunden ohne Strom.

"Krone": Wie schaut es zum Beispiel mit der Haftung aus, wenn kein Strom mehr fließt?
Steinecker: Hier geht’s um höhere Gewalt. Wenn jemand sensible Bereiche hat, muss er sich selbst absichern. In Spitälern oder gefährdeten Firmen gibt’s Notstromaggregate. Wegen der Gefriertruhe muss sich niemand sorgen, die hält auch ohne Strom vier Tage kalt.

"Krone": Alle Häuser hängen am Netz, warum wird dennoch kräftig und teilweise auch sehr umstritten gebaut?
Steinecker: Die Menge des Stroms ist heute kaum das Problem. Durch die Digitalisierung stimmt die Qualität, dass also die Spannung und Frequenz genau passen. Wir müssen uns weiter absichern, etwa durch die umstrittene 110-kV-Leitung im Almtal. Sie ist als zweite Anbindung für den Großraum Kirchdorf gedacht, der bisher nur an einer Leitung hängt.

Interview: M. Schütz, Kronen Zeitung

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