Fr, 20. Oktober 2017

Ohlsdorf und Mondsee

01.07.2017 10:07

In Asylcontainer ziehen junge Männer

Rätselraten in Ohlsdorf und Mondsee: Angeblich sollen die Container, in denen seit 2015 Flüchtlinge leben, einem neuen Zweck zugeführt werden, während das Containerdorf in Hörsching seit kurzem zu ist, weil es nicht mehr benötigt wird. In Mondsee und Ohlsdorf sollen dagegen "Dublin-Fälle" einquartiert werden.

Die Gerüchteküche brodelt: Christian Schörkhuber, Chef der Volkshilfe OÖ, glaubt zu wissen, dass das Ministerium die Container für Flüchtlinge in Mondsee und Ohlsdorf mit sogenannten "Dublin-Fällen" befüllen will. Das Dublin-Abkommen besagt, dass Flüchtlinge dorthin gebracht werden sollen, wo sie zuerst EU-Boden betreten - oder, wenn das nicht feststellbar ist -, zuerst Asyl beantragt haben. "Das wären dann vorwiegend junge Männer", glaubt Schörkhuber, den stört, dass der Bund die Container nutzt, obwohl das Land viele freie Wohnplätze hätte. "Etwa 1500 Plätze sind derzeit frei, da könnte man vielleicht was vereinbaren. Aber die angekauften Container vom Bund müssen sich natürlich bezahlt machen", seufzt der Volkshilfe-Chef.


Ministerium muss Gemeinden nicht fragen
Die VP-Bürgermeister Christine Eisner (Ohlsdorf) und Karl Feurhuber (Mondsee) haben aus den Medien davon erfahren. Während in Ohlsdorf derzeit rund 70 Personen - vorwiegend Familien - leben, sind die Mondseer Container fast leer. Beide Ortschefs haben mit der fehlenden Information keine Freude, betonen aber, dass das Zusammenleben aktuell gut klappe. "Ich will nicht gleich aufschreien, ohne dass ich weiß, was auf uns zukommt", so Feurhuber. Seitens des Ministeriums, das ein Durchgriffsrecht hat und die Gemeinden nicht fragen muss, gab es gestern keine Auskunft.

Simone Waldl, Kronen Zeitung

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