Mo, 20. November 2017

Laut geschrien

21.01.2017 18:06

Hilfe erst nach 24 Stunden: Bin Retterin dankbar

Während ein Linzer (46) monatelang unbemerkt tot in seiner Wohnung lag, konnten zuletzt einige Landsleute dank aufmerksamer Nachbarn oder Zeugen gerettet werden. Wie Helena Schütz (81), die 24 Stunden hilflos am Boden lag und von einer jungen Mama gefunden wurde: "Ich bin meiner Retterin so dankbar!"

Wie eng Freud und Leid verknüpft sind, zeigen die Vorfälle der letzten Wochen ob der Enns. Nicht weniger als fünf Mal konnten dank der Aufmerksamkeit und Zivilcourage ihrer Mitmenschen Kranke oder Unfallopfer aus schlimmen Lagen gerettet werden. Das beste Beispiel liefert ein Unfall in einem Wohnhaus in Kirchdorf am Inn im Dezember. Dort war - wie von der "Krone" berichtet - die 81-jährige Helena Schütz zu Boden gestürzt und konnte aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Nach schier endlosen 24 Stunden hörte die 27-jährige Julia Rechenmacher, die mit ihrem Hund  "Wotan" spazieren war, die verzweifelten Hilferufe der Pensionistin. Sie leitete die Rettungsaktion für die betagte Frau ein und rettete damit der unterkühlten 81-Jährigen das Leben. Wie es der Geretteten jetzt geht und wie dankbar sie ist, erzählt sie im Interview.

"Bis zum Einschlafen rief ich laut um Hilfe!"

"Krone": Was ist damals passiert, warum sind Sie gestürzt?
Helena Schütz: Ich wollte bei meinem Weihnachtsgesteck noch etwas richten.  Ich bin hingegangen und dabei gestürzt - warum, weiß ich nicht mehr so genau.

"Krone": Sie waren danach aber noch bei Bewusstsein.
Helena Schütz: Ja, ich bin am Boden gelegen und habe immer wieder um Hilfe gerufen, so laut und so lange es halt ging.  Ich bin dabei immer müder geworden, draußen wurde es finster. Ich konnte nicht mehr und bin schließlich eingeschlafen.

"Krone": Was ist dann passiert?
Helena Schütz: Ich hab geträumt, dass ich ins Schlafzimmer gegangen bin. Doch als ich am nächsten Tag wieder munter wurde, habe ich gleich gesehen, dass es anders war. Ich bin noch immer am Boden gelegen.

"Krone": Schließlich kam dann aber für Sie die Erlösung.
Helena Schütz: Ich hab’ dann wieder begonnen, um Hilfe zu schreien. Immer und immer wieder. Und dann ist  die Frau Rechenmacher mit ihrem Hund gekommen und hat mich gehört.

"Krone": Wie ging die Rettungsaktion dann weiter?
Helena Schütz: Die Frau Rechenmacher hat gleich die Rettung alarmiert, dann ist auch schon die Feuerwehr gekommen.  Die Männer haben  das Fenster eingeschlagen. Danach wurde ich vom Roten Kreuz  ins Krankenhaus Braunau gebracht.

"Krone": Was ging Ihnen nach der Rettung durch den Kopf?
Helena Schütz: Ich war so erleichtert, dass sie mich gefunden hat. Ich war ja schon ziemlich unterkühlt. Und ich will mich auf diesem Weg ganz, ganz herzlich bei meiner Lebensretterin bedanken, dass sie das für mich getan hat. Das war sehr, sehr lieb.

Johannes Nöbauer, Kronen Zeitung

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