Sa, 18. November 2017

Schwere Verbrühung

13.01.2017 18:09

Zittern um verbrühtes Kleinkind

Das Drama um den kleinen Milan (2) schockt Oberösterreich. In der Einvernahme konnte die Mutter (34) nicht sagen, warum sie ihren schwerst verletzten Sohn im Stich ließ und nicht half. Der Bub liegt in einer Münchner Spezialklinik. Um sein junges Leben muss immer noch gezittert werden.

Die Mutter, eine gebürtige Ungarin, hat offensichtlich psychische Probleme, sie soll depressiv sein und unter Panikattacken leiden. Als Zehnjährige hatte sie einen schweren Unfall, bekommt laut eigener Aussage seither immer wieder starke Kopfschmerzen. Bei der polizeilichen Einvernahme soll die Verdächtige eher emotionslos gewirkt haben. Sie brach erst bei der Frage nach dem Gesundheitszustand ihres Kindes in Tränen aus. Sie konnte gestern nicht sagen, warum sie sich nicht um ihr schwerst verletztes Kind gekümmert hatte.

Zustand gilt als "kritisch"
Der Vorfall selbst dürfte - das steht mittlerweile fest - gegen 17.30 Uhr passiert sein. Milan soll in einem unbeobachteten Moment einen Topf mit kochendem Wasser vom Herd gezogen haben. 70 Prozent seiner Haut wurden verbrüht. Erst der Freund der Frau alarmierte, wie berichtet, gegen 20 Uhr die Rettung. Dann wurde Milan über Etappen nach München in eine Spezialklinik geflogen. Sein Zustand gilt aber zumindest vorerst immer noch als "kritisch".

Doch zurück zur Mutter: Sie hat, wie berichtet, zwei Töchter im Volksschulalter. Diese wurden ihr im Einvernehmen von der Kinder- und Jugendhilfe weggenommen, als sie mit Milan schwanger war. Die Mädchen kamen bei Pflegefamilien unter. Seit Milan auf der Welt ist, wurde die Mutter zwei bis  drei Mal wöchentlich von Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe  besucht.
"Die Mutter wird seit etwa zwei Jahren von uns betreut. Es gab keine Hinweise auf ein Fehlverhalten. Bei geistig beeinträchtigten Personen würde unser Betreuungskonzept ganz anders aussehen", erklärt Reinhold Rampler, Vize-Chef der Kinder- und Jugendhilfe. Er kann sich vorstellen, dass die Mutter im Schock außerstande war, zu helfen.

In Oberösterreich gibt es etwa 700 Pflegekinder, 900 sind in sozialpädagogischen Wohngruppen untergebracht, 5600 Kleine bekommen wie Milan mobile Betreuung in der Familie.

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