Mo, 11. Dezember 2017

OGH stellte klar

10.01.2017 08:24

Jägerin muss für Luchs zahlen!

"Ein Luchs ist ein wildes Tier, für den kein Schadenersatz gefordert werden kann", hatte das Landesgericht Steyr die Forderung des Nationalparks Kalkalpen, wo ein Jägerehepaar Raubkatzen gewildert hatte, abgeschmettert. Nun entschied aber der OGH: "Die verurteilte Jägerin muss sehr wohl 12.100 Euro bezahlen!"

Mit ihrer Wilderei hatten eine 64-jährige Jägerin aus Linz und deren Ehemann das Luchsprojekt im Kalkalpen-Nationalpark gefährdet - denn es stand nun für die Fortpflanzung kein geschlechtsreifes Männchen mehr zur Verfügung. Über Hinweise war man dem wildernden Paar auf die Spur gekommen, beide wurden vom Bezirksgericht Steyr zu Geldstrafen und Jagdkartenentzug verurteilt. Anfangs auch zum Schadenersatz, immerhin waren die geschossenen Kuder von der Schweiz angekauft worden. Die "schwarzen Schafe" unter der Jägerschaft gingen in Berufung, das LG Steyr entschied daraufhin, dass für Wildtiere kein Schadenersatzanspruch besteht.

Gegen Urteil vorgegangen
Dieser Spruch sorgte österreichweit für Aufsehen und Unverständnis, da Nationalparks auch die Aufgabe haben, den Bestand von artengeschützten Tieren zu sichern. Deshalb gingen die Nationalpark-Verantwortlichen gegen die Aufhebung des Ersturteils - vorerst einmal bei der Jägerin - beim OGH in Revision. Nun kam das Urteil: "Die Frau muss für den von ihr gewilderten Luchs sehr wohl 12.100 Euro Schadenersatz bezahlen", so Franz Sieghartsleitner vom Nationalpark. Und Direktor Erich Mayrhofer ergänzt: "Das ist richtungsweisend - mit diesem Urteil werden wir uns nun auch im Falle ihres Gatten an den OGH wenden."

Johann Haginger, Kronen Zeitung

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