Mi, 18. Oktober 2017

Viel weniger Pfarrer

09.01.2017 08:16

„Auf Dauer wird es so nicht weitergehen können“

Mechaniker, Hausmeister und jetzt dann Pfarrer! Das ist der kuriose Lebensweg von Konrad Hörmanseder. Der 53-Jährige hat auch jetzt eine durchaus ungewöhnliche Aufgabe. Der Dechant von Perg ist einer von zwölf Priestern in Oberösterreich, die vier Pfarren zu betreuen haben. Er ist überzeugt: "Mehr geht nicht!"

"Krone": Perg, Münzbach, Allerheiligen,  und Pergkirchen. Wie schaffen Sie es, alle vier Pfarren zu betreuen?
Konrad Hörmanseder: In dem wir recht gut aufgestellt sind. Mich unterstützen ein Kaplan, zwei Pastoralassistentinnen, zwei pensionierte Priester, Wortgottesdienstleiter, Sekretärinnen und eine eigene Verwaltungsleitern.
"Krone": Was sind die Aufgaben einer Verwaltungsleiterin?
Hörmanseder: Sie kümmert sich um die Renovierung, Bauten,  Friedhof, Grund und Boden. Dafür habe ich  nicht studiert. Übrigens gibt es in Oberösterreich erst fünf Gemeinden mit einer Verwaltungsleiterin. Es ist eine gute Möglichkeit, Priester vor Ort zu entlasten.
"Krone": Die Diözese wird sich  noch mehr  einfallen lassen müssen, weil  die Zahl der Priester seit 2006   auf 633 zurückging.
Hörmanseder: Das stimmt. So kann es nicht weitergehen. Wenn du vier Pfarren betreuen musst, bleibt kaum Zeit für die Menschen vor Ort. Der Aufgabe als Seelsorger kommt man  nicht genügend nach.
"Krone": Derzeit gibt es 487 Pfarren. Sind das zu viele?
Hörmanseder: Weniger Pfarren? Ich  vermute, dass das von selber kommen wird, wenn es keinen Pfarrgemeinderat mehr gibt. Es ist zwar nicht meine Aufgabe, ich bin nicht der Bischof oder die Diözesanleitung, aber es kann  sein, dass es zu Zusammenlegungen kommen wird.
"Krone": Was kann die Kirche gegen den Priestermangel tun?
Hörmanseder: Der Beruf ist nicht attraktiv. Man muss einen Raum für Seelsorge schaffen. Wenn ein junger Mensch sieht, der Priester fährt von einer Pfarre zur nächsten, wird er sich nicht für diesen Job entscheiden.

Interview: Mario Zeko

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