Do, 18. Jänner 2018

100.000 ¿ Kosten

04.10.2006 20:34

Gelähmtes Badeopfer erstritt Schadenersatz

Halswirbelriss! Querschnittlähmung! Nur ein Luftröhrenschnitt rettete den Pettenbacher Werner Gasperlmair (25), der seither sechs Jahre lang um ein behindertengerechtes Elternhaus prozessieren musste. Die Haftpflichtversicherung zahlt erst Schadenersatz, als die Anwaltskosten schon die 100.000-Euro-Grenze überschritten hatten.

„Mein Mandant war von den Badewascheln nicht ausreichend gewarnt worden“, erkämpfte der Kirchdorfer Anwalt Dr. Otto Hauck beim Obersten ein 25-prozentiges Mitverschulden der Stadtgemeinde Melk: In deren Freibad ist auf dessen Wasserrutsche der Maturant während des Präsenzdienstes am 16. August 2000 kopfüber verunglückt. Nach vier Monaten Intensivstation und einem Jahr Spitalsbehandlung wurde für den Rollstuhlfahrer das Elternhaus umgebaut.

Dazu musste die Haftpflicht der Badbetreiber dem Invalidenrentner 70.000 Euro dazuzahlen, wollte aber nicht: Ein Pflegeheim oder ein Neubau kämen billiger, wurde herzlos argumentiert. Der kränkelnde Gerichtsstreit mit drei Sachverständigen endete erst, als die UNIQA nun ihren Anwalt zurückpfiff und eine außergerichtliche Einigung unterschrieb: „Damit sind unsere Umbaukosten gedeckt“, sagt der Therapiepatient, der schon Rollstuhl-Rugby spielen kann und Wirtschaftswissenschaften studieren will: „Mir geht´s ganz gut, ich kann mich nicht beklagen…“

 

 

Foto: Horst Einöder

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