Mo, 20. November 2017

Spionage-Vorwurf

03.10.2016 14:00

Ukrainischer Journalist in Moskau festgenommen

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat in Moskau einen ukrainischen Journalisten wegen angeblicher Spionage festgenommen. Der 47-Jährige arbeitet als Korrespondent der ukrainischen Staatsagentur Ukrinform in Frankreich und war nach eigenen Angaben privat nach Russland gereist. Der FSB wirft ihm vor, Informationen über die russischen Streitkräfte und die Nationalgarde beschafft zu haben.

Roman Suschtschenko habe "Staatsgeheimnisse gesammelt", die der Verteidigungsfähigkeit Russlands schaden könnten, wenn sie ins Ausland gelangten, erklärte der FSB laut Agentur Interfax. Ein Gericht ordnete zwei Monate Untersuchungshaft an.

Ukrinform berichtete dagegen, ihr Paris-Korrespondent sei am 30. September bei seiner Ankunft zu einem Urlaub in Moskau festgenommen worden. Nach Angaben von Anwalt Mark Feigin, der bereits mehrere ukrainische Staatsbürger in Russland verteidigte, wird Suschtschenko im Gefängnis Lefortowo festgehalten.

Das Außenministerium in Kiew protestierte scharf und sprach von erfundenen Anschuldigungen. Suschtschenko müsse sofort freigelassen und ihm "unverzüglich" Zugang zu konsularischem Beistand gewährt werden, sagte Außenamtssprecherin Mariana Beza. Außenminister Pawlo Klimkin selbst sprach von einer "politischen Geiselnahme", er werde den Fall am Montag im Europarat zur Sprache bringen. Wegen der russischen Einverleibung der Halbinsel Krim 2014 und des Konflikts in der Ostukraine sind die Beziehungen der beiden Ex-Sowjetrepubliken stark angespannt.

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