Mi, 18. Oktober 2017

"Krone"-Ombudsfrau

07.04.2016 10:30

Schwester fuhr bei Rot – Bruder wurde bestraft

Ein Probeführerschein-Besitzer muss zur kostenpflichtigen Nachschulung, seine Probezeit wird verlängert. Und das alles nur, weil die Schwester mit seinem Fahrzeug in Linz bei Rot über eine Kreuzung gefahren war. Der Vater hat die Strafe ohne Einspruch bezahlt, der junge Lenker kommt nun zum Handkuss.

Der Vater der Geschwister hatte es nur gut gemeint, 150 Euro für die Strafverfügung eingezahlt und diese von der Tochter kassiert. "Wir waren alle der Meinung, dass damit die Sache erledigt ist", sagt der junge Mann, dem aber wenig später ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Amstetten ins Haus flatterte, darin enthalten die Anordnung einer Nachschulung und die Verlängerung der Probezeit. Beides ist mit Kosten verbunden: 540 Euro für die Schulung und 49,50 Euro für den neuen Führerschein.

Dabei hätte sich die ganze Angelegenheit ganz einfach aufklären lassen. Der Probeführerschein-Besitzer kann beweisen, dass er sich zur "Tatzeit" auf einer Baustelle in St. Pölten aufgehalten hat und den Wagen an die Schwester verborgt hat.

"Dass jemand eine strafbare Handlung nicht begangen hat, kann nur im Verwaltungsstrafverfahren selbst oder in einem allenfalls noch möglichen Wiederaufnahmeverfahren vorgebracht werden", sagt dazu Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer. Eine Wiederaufnahme hat auch der junge Mann schon überlegt. Die Kosten und - laut Versicherung - geringen Erfolgsaussichten haben ihn aber abgeschreckt...

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