Di, 22. Mai 2018

Virtueller Flug

11.06.2015 07:00

Videoclip simuliert Überflug von Zwergplanet Ceres

Mithilfe von Aufnahmen, die die NASA-Raumsonde "Dawn" zur Erde gefunkt hat, haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein erstes dreidimensionales Geländemodell und das Video eines virtuellen Fluges über den 335 Millionen Kilometer entfernten Zwergplaneten Ceres erstellt, das die NASA jetzt auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Um wie die Sonde "Dawn" aus dem Orbit auf Ceres zu blicken, haben Wissenschaftler des Instituts für Planetenforschung am DLR insgesamt 80 Aufnahmen verarbeitet: Das sind Fotos, die aus einem Orbit in 13.500 Kilometern Höhe gemacht wurden, sowie solche, die von der NASA-Sonde zu Navigationszwecken aus einer Entfernung von 5.100 Kilometern erstellt wurden. Für das Filmchen wurden die vertikalen Strukturen um den Faktor 2 vergrößert und zudem ein Hintergrund hinzugefügt.

Der virtuelle Flug geht über Kraterlandschaften, helle Flecken und ausgedehnte Ebenen. "Basis war dabei ein dreidimensionales Geländemodell, das wir aus den bisher aufgenommenen Bildern errechnet haben", erläutert DLR-Planetenforscher Ralf Jaumann. "Dieses werden wir im Verlauf der Mission verfeinern - mit jedem weiteren Orbit, in dem wir uns dem Zwergplaneten annähern."

Sonde im September 2007 gestartet
Die Sonde "Dawn" hat auf ihrer insgesamt rund 360 Millionen Dollar (etwa 317 Mio. Euro) teuren Mission schon viel hinter sich: Nachdem die Reise wegen zu hoher Kosten und technischer Probleme schon abgesagt worden war, konnte die Sonde nach einer Kehrtwende der NASA dann im September 2007 doch noch vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US- Bundesstaat Florida starten.

Knapp vier Jahre später erreichte sie ihr erstes Ziel: Vesta. Der vor mehr als 200 Jahren entdeckte Asteroid, der einen Durchmesser von nur rund 500 Kilometern hat, ist der hellste in unserem Sonnensystem. Mehr als ein Jahr lang umrundete und erforschte "Dawn" Vesta und lieferte zur Freude der Wissenschaftler schier unendlich viele Fotos und Messdaten.

Ceres gilt als wahrer Eisklumpen
Im September 2011 machte sich die Raumsonde dann auf den Weg zu Ceres. Der 1801 entdeckte Zwergplanet misst im Durchmesser etwa 950 Kilometer und gilt als wahrer Eisklumpen - allein sein Eismantel soll 100 Kilometer dick sein. Darunter vermuten die Forscher Wasser. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll Ceres in den kommenden Monaten genauer untersucht werden.

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