Fr, 24. November 2017

Tod bei „Schlafkur“

10.05.2011 10:02

Zweite Obduktion bestätigt Tod durch Leberschaden

Den tragischen Tod eines 17-jährigen Mädchens, das nach mehreren Suizidversuchen seit September in der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg betreut worden war, werden wohl erst Sachverständige klären können. Das Mädchen starb während einer sogenannten "Schlafkur" im künstlichen Tiefschlaf. Dass der Tod auf einen Lebenschaden zurückzuführen ist, bestätigte am Montagnachmittag auch eine gerichtliche Obduktion.

Die 17-Jährige sei nach mehreren Suizidversuchen in Absprache mit der Mutter in einen therapeutischen, künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Damit habe man sie schützen wollen, so der Spitalsbetreiber gespag. Zuletzt habe man das Mädchen zwar auf Schritt und Tritt beobachtet, doch diese Maßnahmen hätten einfach nicht mehr ausgereicht.

Die vom Krankenhaus vorgenommene Obduktion ergab Leberversagen als Todesursache. Die gerichtlich angeordnete Obduktion bestätigte nun das Ergebnis. Was den Leberschaden verursacht hat, werden aber erst Experten klären können: "Dazu wurde eine chemisch-toxikologische Untersuchung angeordnet, zudem wurde auch die Krankengeschichte der 17-Jährigen sichergestellt", erklärte Rainer Schopper, Erster Staatsanwalt in Linz.

Großeltern und Nachbarn des Missbrauchs beschuldigt
Das Mädchen hatte sich Anfang September 2010 einer Betreuerin im Spital anvertraut und angegeben, jahrelang von seinen Großeltern und zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Richter, gequält und sexuell missbraucht worden zu sein. Daraufhin wurde Anzeige gegen die vier Personen erstattet und sogar U-Haft verhängt.

Im Oktober kamen die Verdächtigen wieder auf freien Fuß, nachdem das mutmaßliche Opfer immer mehr Widersprüche in den Einvernahmen aufwarf und Gutachten von Sachverständigen erstellt wurden. Der Anwalt des verdächtigten Richters sprach von "bedauerlichen Sexualfantasien eines psychisch kranken Mädchens".

Für die Mutter der 17-Jährigen besteht jedoch nach wie vor an der Glaubwürdigkeit ihrer Tochter kein Zweifel. Sie ist überzeugt, die zunehmend schlechte Verfassung ihrer Tochter sei auch darauf zurückzuführen gewesen, dass den Aussagen zu den Gründen ihres Leides nicht gelaubt wurde.

Kronen Zeitung und ooe.krone.at

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