Do, 14. Dezember 2017

Hilfe aus Linz

24.03.2011 20:02

Austauschschülerin aus Tokio startet Spendenaktion

Die Schülerin Hatsune Kaga (16) aus Tokio sitzt bei ihrer Linzer Gastmutter Brigitte Ulreich am Küchentisch. Sie erzählt von den qualvollen Stunden, als sie vom Beben in Japan erfuhr und nicht wusste, was mit ihrer Familie geschehen war. Mit ihrer Gastmutter startete sie eine Spendenaktion, um Landsleuten zu helfen.

"Krone": Wie hast du vom Beben in Japan erfahren?
Hatsune Kaga: In der Schule musste ich für den Unterricht im Internet recherchieren. Zufällig entdeckte ich dann die Meldungen über das Erdbeben und den Tsunami. Ich war so erschrocken, dass ich lange weinte. Meine Mitschüler haben mich getröstet.

"Krone": Welche Gedanken sind dir zuerst gekommen?
Kaga: Dass ich unbedingt wissen musste, was mit meiner Familie war. Ich schrieb ein E-Mail. Mein Vater und meine Zwillingsschwester antworteten, dass es ihnen gut geht. Nachricht von meinem älteren Bruder und meiner Mutter erhielt ich erst später. Sie konnten wegen des Chaos in der Stadt nicht nach Hause. Ich wollte sofort zurück nach Japan, um helfen zu können. Aber das ging nicht.

"Krone": Und so entstand die Idee für die Spendenaktion?
Kaga: Ein Freund brachte mich darauf. Er ist auch ein japanischer Austauschschüler. Meine Gastmutter unterstützte mich sofort und startete einen Aufruf in den Pfarren SolarCity und Ebelsberg. Auch der Direkter meiner Linzer Schule, dem BRG Honauerstraße, unterstützt das Projekt. Er schreibt Briefe an die Eltern, um ihnen von meinem Projekt zu berichten.

"Krone": Und wer wird das gesammelte Geld bekommen?
Kaga: Am 4. April übergeben wir die Spendeneinnahmen in Linz dem Präsidenten des Roten Kreuzes Oberösterreich, Leo Pallwein-Prettner, für die Japan-Hilfe.

"Krone": Musst du dir noch um jemanden Sorgen machen?
Kaga: Ja, um meine Großmutter, die in Fukushima wohnt – etwa 30 Kilometer entfernt von den Atom-Reaktoren. Aber sie will nicht weg, weil mein verstorbener Großvater dort begraben ist.

"Krone": Im Juni fliegst du wieder nach Hause. Hast du Angst?
Kaga:
Ein wenig. Mein Umfeld hat sich ja stark verändert. So viel ist zerstört worden. Ich weiß auch nicht, wie sich die atomare Verstrahlung auswirkt.

von Petra Humer, "OÖ Krone"

Spendenkonto bei der PSK, BLZ 60.000, Kto.-Nr. 40.210.072.120

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