Di, 17. Oktober 2017

Kurioses Trinkgeld

06.03.2011 15:52

Kunden geben selten zehn Prozent – dafür Geschenke

Eine tolle Steckfrisur, glänzende Nägel, eine charmante Bedienung – und sicher nach Hause kommen. Für all das sind in den oberösterreichischen Ballnächten vor allem Menschen in Dienstleistungsberufen verantwortlich. Doch oft erhalten sie nur wenig oder keine finanzielle Anerkennung. Die viel zitierten zehn Prozent sind es jedenfalls selten.

Bei der Erwähnung der Faustregel: "Zehn Prozent Trinkgeld zu geben", bricht die Wirtesprecherin Eva Mayr aus Mettmach in schallendes Gelächter aus. So viel gäben in Oberösterreich nur die Allerwenigsten. Insgesamt geben die Österreicher pro Jahr aber dennoch etwa 1,1 Milliarden Euro Trinkgeld.

Bei unserer Umfrage unter Trinkgeldnehmern und -gebern traute sich das jedenfalls nur eine Kellnerin, Alexandra Gady aus der Remembar in Linz, zu sagen: "Viele haben heute nicht mehr den Anstand, Service und Freundlichkeit zu honorieren. Besonders die Jungen geben kaum Trinkgeld."

Dabei bemühen sich Friseur & Co. vor allem jetzt in der Faschingszeit besonders, um ihren Gästen einen unvergesslichen Abend zu bereiten. So wie Nagelstudio-Leiterin Romana Diesenreiter aus Gallneukirchen: "Bei uns gibt's immer viel Trinkgeld, vor allem von Stammkunden. Einmal schenkte ein Kunde sogar ein Sparschwein her."

Touristen sind großzügiger
Die beste Jahreszeit für Trinkgeld ist aber nicht die Ballsaison, sondern die Weihnachtszeit, erklärt Manuel Jany vom Café Glockenspiel in Linz: "Im Advent haben die Leute Weihnachtsgeld, da sind sie dann großzügiger. Touristen geben aber auch viel. Normalerweise bekommt man zwischen drei und fünf Prozent."

Die beste Zeit für gutes Trinkgeld ist bei den Taxifahrern die Nacht: "Aber manchmal bekomme ich da auch Süßigkeiten", lächelt Fahrerin Gabi Ruhmer. Witzige "Trinkgelder" hat fast jeder im Dienstleistungsbetrieb schon bekommen. Friseurin Kerstin Hartl (19) erzählt: "Einmal war ein Herr bei uns, der kam eine halbe Stunde später wieder und schenkte jeder Mitarbeiterin einen Armreifen. Das fanden wir alle sehr süß."

Was man für ein gutes Trinkgeld tun muss, darüber sind sich Trinkgeldnehmer und -geber einig. Wirtesprecherin Mayr: "Wenn man aufmerksamer ist, als es der Gast von einem erwartet."

von Jasmin Gaderer, "OÖ Krone"

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