Mi, 13. Dezember 2017

Leidensweg

06.02.2011 16:28

Nach Unfall stürzte Heli ab - kaum Geld von Versicherung

Der Baupolier Erwin Holler (58) aus Engelhartszell im Bezirk Schärding bleibt ein Pechvogel. Am 1. Mai 2006 stürzte er bei einem Motorradrennen am Salzburgring schwer. Beim Transport ins Spital stürzte auch noch der Notarztheli ab. Zuletzt hat er im Kampf ums Schmerzensgeld noch 6.000 Euro verloren.

"Ich habe heute noch massive Albträume", so Holler. Aber nicht wegen des Sturzes mit seiner Ducati auf dem Salzburgring: "Gestürzt bin ich schon öfter. Das gehört halt dazu", so der frühere Hobby-Rennfahrer. "Aber wie dann der Hubschrauber vom Dach des UKH mit einem Mordstuscher 20 Meter hinuntergekracht ist: Das krieg ich einfach nicht mehr aus dem Kopf!"

Und aus dem Körper auch nicht. Am "Ring" erlitt Holler Serienrippenbrüche und Lungenverletzungen. Im UKH wurde dann zusätzlich noch ein Wirbelbruch festgestellt. Zwei Mal musste der Oberösterreicher wegen dieser Fraktur bereits unters Messer.

Streit mit Versicherung
Demnächst muss er schon wieder auf den Operationstisch. Der Grund: "Die linke Seite des Brustkorbs dehnt sich nicht mehr." Nach dem Unfall verhandelte Johann Bruckner, Hollers Anwalt, zwei Jahre mit der englischen Rückversicherung der "Generali", die den ÖAMTC als Hubschrauberbetreiber vertritt. Ihr Angebot: 14.000 Euro.

Für Holler zu wenig, er zog vor Gericht. Richter Franz Schmidbauer zur "Krone": "Ich habe ein medizinisches Gutachten eingeholt, einen Sachverständigen für Flugverkehr gehört, dann noch einmal den Mediziner. Aber vor dem letzten Prozesstermin haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt."

Erwin Holler: "Da habe ich 8.000 Euro bekommen. 6.000 weniger als das erste Angebot. Aber schwere Opiate gegen die Schmerzen, der Prozess, das alles hat mich fertiggemacht. Ich konnte einfach nicht mehr."

Kronen Zeitung

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