Mo, 20. November 2017

AK-“Schwarzbuch“

16.01.2011 20:06

Ehrliche Firmen wehren sich gegen „schwarze Schafe“

Mit je drei Fällen stehen Transport- und Zeitarbeitsbranche im neuen "Schwarzbuch" der Arbeiterkammer am häufigsten unter den zehn Firmen mit den meisten Arbeitsrechts-Prozessen. Die Branchenvertretungen wollen die "schwarzen Schafe" in den eigenen Reihen nicht mehr dulden.

"Wer Mitarbeiter nicht korrekt bezahlt, schädigt die anständigen Firmen – vor allem Kleine werden damit ruiniert", signalisiert Transport-Obmann Johannes Hödlmayr "null Unterstützung" für Rechtsbrecher in seiner Branche. Am Montag berät die Vertretung neue Maßnahmen gegen Betriebe wie die im "Schwarzbuch" mit 85 "Akten" an erster Stelle stehende Spedition Stadler, die sich laut Hödlmayr "seit zehn Jahren durchlaboriert".

Die mit ebenfalls drei Firmen im AK-"Schwarzbuch" stehenden Arbeitskräfteüberlasser fahren bereits die harte Tour: Im Vorjahr hat die Branchenvertretung fünf der 400 oberösterreichischen Jobvermittler wettbewerbsrechtlich geklagt, die Verfahren sind derzeit noch im Laufen.

Obwohl bei 90.000 Beschäftigten in Österreich "schon einmal was passieren" könne, lässt Branchensprecher Hermann Danner keine Ausreden gelten: "Es ist kompliziert, mit vielen verschiedenen Kollektivverträgen zu arbeiten, aber wir informieren die Mitglieder ausführlich und regelmäßig."

AK erstritt vor Gericht 170 Millionen Euro
Schon gar keine "Hintertürln" für Arbeitsrechtsbrüche gäbe es bei einem von der Zeitarbeitsbranche geforderten einheitlichen Kollektivvertrag für ihre Mitarbeiter, will Danner der AK, die eine generelle Beschränkung der Zeitarbeit fordert, den Wind aus den Segeln nehmen.

Wirtschafskammer-Präsident Trauner ergänzt das "Schwarzbuch" mit der Liste der Prozesse für geprellte Unternehmer – gegen die Sozialversicherung: "2010 hat die WK Pensionen und Ausgleichszulagen von 4,6 Millionen Euro erstritten." Die AK beziffert ihre Erfolge vor den Arbeitsgerichten mit 170 Millionen Euro.

Kronen Zeitung

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