Di, 21. November 2017

Ansfelden bleibt rot

20.06.2010 18:00

Manfred Baumberger neuer Bürgermeister

Eine faustdicke Überraschung hat die Bürgermeister-Direktwahl in Ansfelden am Sonntag geliefert: SPÖ-Kandidat Manfred Baumberger hat sich unerwartet klar bereits im ersten Wahlgang mit 57,46 Prozent aller Stimmen gegen seine drei Gegenkandidaten durchgesetzt. Eine Stichwahl am 4. Juli bleibt Ansfelden damit erspart.

Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Herbst 2009 war der langjährige Stadtchef Walter Ernhard mit knapp 60 Prozent wiedergewählt worden. Dass der neue SPÖ-Kandidat Manfred Baumberger bei der nach dem Ableben Ernhards nötigen Neuwahl ein ähnliches Ergebnis einfährt, überraschte selbst langjährige Sozialdemokraten.

"Die Leute haben genug vom Streiten und wollen, dass rasch wieder gearbeitet wird", lautete die erste Reaktion des designierten Stadtchefs. Bereits am Montag wird Manfred Baumberger angelobt, schon am Donnerstag wird er als neuer Bürgermeister von Ansfelden seine erste Gemeinderatssitzung leiten.

Fußball wichtiger als Wahl
Neben Manfred Baumberger dürfte der größte Sieger an diesem Tag aber wohl König Fußball gewesen sein: Die niedrige Wahlbeteiligung von 63,46 Prozent ist zweifellos der große Wermutstropfen an diesem Wahlsonntag: "Vier von zehn Ansfeldenern blieben daheim, anstatt zu wählen – darüber darf sich keiner der Kandidaten freuen", bilanzierte Josef Jagereder (FPÖ).

Dennoch: Mit knapp 58 Prozent der Stimmen widerlegte der SPÖ-Kandidat alle Prognosen und verhinderte eine Stichwahl ums Amt des Ansfeldener Bürgermeisters.

Unfreiwilliger Wahlkampf durch Prüfbericht
In Ansfelden gab es zuletzt heftige Diskussionen um die angespannte finanzielle Lage der 16.000-Einwohner-Gemeinde, die mit Ernhards Selbstmord einen traurigen Höhepunkt erreichte. Ein Bericht der Landesprüfbehörde, der Anfang Juni veröffentlicht wurde, fiel vernichtend aus. Er attestierte im Voranschlag 2010 einen Fehlbetrag von rund 2,5 Millionen Euro und einen Schuldenstand von insgesamt etwa zwölf Millionen Euro.

Obwohl sich die Verschlechterung der Lage schon lange abgezeichnet habe, hätten die Verantwortlichen keine spürbaren Maßnahmen zur Budgetverbesserung gesetzt, wurde kritisiert.

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