So, 19. November 2017

„Massive Bedrohung“

01.06.2010 13:21

Weiter Wirbel um Innviertler Einkaufsdorf

Der Wirbel um ein geplantes Einkaufsdorf im Bezirk Ried im Innkreis reißt nicht ab. Die drei Innviertler Wirtschaftskammer-Bezirksstellen Ried, Schärding und Braunau haben sich am Dienstag erneut gegen das Vorhaben in Ort ausgesprochen. Der Geschäftsführer der EKD Ort Errichtungs-GmbH, Thomas Hager, betonte dagegen, das Projekt würde die Region Innviertel stärken.

Die Wirtschaftskammer (WK) sieht in dem Großprojekt eine "massive Bedrohung" der gewachsenen Handelsstrukturen in den zentralen Einkaufsstädten der Region. Die Bezirksstelle Schärding nimmt die Diskussion zum Anlass, die Geschäftsflächen der Stadt zu evaluieren. "Das Ziel ist klar: Künftig soll es keine leeren Schaufenster mehr geben", erklärte WK-Obmann Johann Froschauer.

Der Braunauer Obmann Helmut Bogner sieht im Argument der Errichtungsgesellschaft, dass die Region unter einem "enormen Kaufkraftabfluss ins angrenzende Bayern" leide, eine verzerrte Darstellung einer Studie von CIMA Austria aus dem Jahr 2009. Es werde geflissentlich außer Acht gelassen, dass es auch einen Zufluss aus dem Nachbarland gebe und der Saldo zwischen Österreich und Deutschland hochpositiv sei.

Projekt bereits zweimal beim Land abgeblitzt
Zwar würden 148,7 Millionen Euro ins Ausland gehen, aber 262,2 Millionen Euro nach Österreich, so Bogner. "Auch in Oberösterreich ist dieser Saldo positiv. 113,1 Millionen Euro Zufluss aus der Grenzregion stehen lediglich 85,4 Millionen Euro Abfluss gegenüber." Wenn man Österreich oder Oberösterreich betrachtet, ist der Saldo positiv, aber im Innviertel ist er negativ", konterte Hager.

62 Millionen Euro würden aus der Region nach Passau abfließen, aber nur 61 Millionen zurückkommen, argumentiert er. Mit dem Einkaufsdorf Ort käme es im Gegenzug zu einer importierten Kaufkraft von 41 Millionen Euro, zitierte er aus einer Studie des Linzer Volkswirtschafters Friedrich Schneider. "Wir wollen die Region Innviertel stärken", betonte Hager, "die Bevölkerung ist auch dafür".

Die Betreiber haben das Projekt ungeachtet zweier Abfuhren Ende April erneut beim Land eingereicht. Wann es zu einer Entscheidung kommen werde, sei nicht abzusehen, so Hager. Zuletzt habe es acht beziehungsweise zwölf Wochen gedauert. Er rechnet damit, dass der Bescheid diesmal in einem ähnlichen Zeitrahmen zu erwarten sei.

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