Do, 19. Oktober 2017

Suche nach Beweisen

14.12.2009 15:16

So sollen Linzer Serienräuber nun entlarvt werden

Mittels "normaler" Phantombilder soll das Linzer Serienräuber-Brüderpaar Christian (24) und Alexander L. (26) nach vier Jahren verzweifelter Suche entlarvt werden. Die Kripo wusste schon bisher, wie die Verdächtigen aussehen und vorgehen, hatte aber keinerlei Beweise. Die Aufgabe wird in jedem Fall schwierig.

Die kriminelle Karriere der gefassten Gebrüder L. dürfte am 16. Dezember 2005 bei einem Postamtsüberfall in der Paschinger PlusCity begonnen haben: Der damals 20-jährige Pistolenmann erbeutete unmaskiert 10.300 Euro, doch die Überwachungskamera erfasste nur seine Beine und Jeans. Deshalb zeichnete die Polizei mithilfe der Opfer ein Phantombild.

Keine Zeugenhinweise nach Banküberfall
Dieses glich zwar auch einem der beiden Räuber, die am 23. Dezember 2005 in einer Steyrer Bank 14.300 Euro erbeuteten. Und ein halbes Jahr später die Postämter von Leonding und Pasching überfielen und 10.000 Euro "absahnten". Doch wieder gab es nur Phantombilder, aber keine Zeugenhinweise oder Beweisspuren.

100.000 Euro Beute eingestreift
Auch Video-Aufnahmen vom Banküberfall in Allhaming am 19. November 2007 konnten die maskierten Brüder nicht entlarven, die dort gar mit 100.000 Euro Beute entkommen sein dürften. Weitere Coups in Oberwang, Wien, Niederösterreich und der Steiermark werden ebenfalls den Linzern angelastet, die aber neun Geständnisse widerrufen haben.

Anwältin: "Erniedrigende Behandlung"
Die Anwältin der beiden mutmaßlichen Serien-Bankräuber, Irmtraud Oraz, wirft den Ermittlungsbehörden "erniedrigende Behandlung" ihrer Mandanten vor. Man habe versucht, die beiden "physisch und psychisch zu brechen". Einer der Männer sei 18 Stunden lang einvernommen worden.

Sie habe deswegen Beschwerde eingelegt, so die Juristin. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten gab an, dass man derartige Vorwürfe natürlich prüfen werde.

Symbolbild

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